2019 Fuku Info

Archiv aus dem Jahr 2019 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 (Zu den aktuellen Nachrichten)

 

09.01.2019

AKW Fukushima, Reaktorblock 3: ab März Entnahme der Brennelemente

Ab Ende März sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi die Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 geborgen werden. Ursprünglich sollten die Arbeiten schon im vergangenen November beginnen, was jedoch aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete). Wegen der hohen Strahlung erfolgt die Entnahme der Brennelemente komplett ferngesteuert, weshalb die Arbeiten voraussichtlich bis März 2021 andauern werden.

Im Rahmen der Vorbereitung wurde das Reaktorgebäude, das 2011 durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt worden ist, mit einem Schutzdach versehen. Darunter wurde ein ferngesteuerter Entnahmekran installiert. Das Abklingbecken mit den 566 Brennelementen, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente, befindet sich im Obergeschoss des Gebäudes. Die entnommenen Brennelemente sollen dann in das zentrale Abklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert werden.  

 

07.01.2019

Vulkanaktivitäten und AKW: Aira Kaldera soll besser überwacht werden

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will in nächster Zukunft auf der südlichen Hauptinsel Kyushu die Bucht von Kagoshima, wo sich die 23 X 17 km große Aira Kaldera, ein sehr aktives Vulkangebiet befindet, seismologisch besser überwachen. Dazu soll ein seismographisches Messgerät am Meeresboden installiert werden.

Ein Vulkanausbruch in der Region könnte laut Prognosen der Seismologen nämlich nicht nur für Kyushu verheerende Auswirkungen haben, zumal sich das AKW Sendai, das mit beiden Reaktoren am Netz ist, in nur 45 km Entfernung befindet. Auch die ebenfalls laufenden AKWs Genkai und Ikata befinden sich im 80, bzw. 130 km Entfernung. Der immer wieder aktive Vulkan Sakurajima befindet sich ebenfalls in der Bucht von Kagoshima.

Die möglichen Gefahren im Falle eines massiven Vulkanausbruches in der Aira Kaldera-Region war im Dezember 2017 Anlass genug, um die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime gerichtlich zu untersagen (OLG Hiroshima). Allerdings wurde das Urteil im September 2018 wieder aufgehoben, so dass der Reaktor, der u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen beladen ist, wieder hochgefahren werden durfte (antiatom-fuku berichtete).

 

03.01.2019

Kumamoto: Stärkeres Erdbeben 6,0

Heute am frühen Abend um 18:10 Uhr ereignete sich in der Präfektur Kumamoto, Kyushu Südjapan ein Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 5,1.  

Das Epizentrum lag 10 km unterhalb der Stadt Nagomi, Präfektur Kumamoto. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Zudem wurden keine verletzten Personen gemeldet, lediglich ein paar Sachschäden.

Das Beben erstreckte sich komplett über Kyushu bis an die Grenze zur Haupinsel Honshu und Shikoku. Von den jeweiligen Betreibern der drei AKWs Genkai, Sendai und Ikata, die mit insgesamt 5 Reaktoren im Vollbetrieb laufen, wurde bisher kein Störfall gemeldet. Das AKW Genkai liegt 80 km und die beiden AKWs Sendai und Ikata jeweils 140 km vom Epizentrum entfernt.   

 

02.01.2019

Minamisoma – wieder einmal radioaktives Erdreich für Straßenbau

Für den Ausbau der Jaban-Autobahn im Abschnitt Minamisoma, soll nach Plänen des Umweltministeriums radioaktives Erdreich, das bei der Flächendekontamination verstrahlter Ortschaften angefallen ist, verwendet werden. Die Joban-Autobahn führt, aus südlicher Richtung kommend, am havarierten AKW Fukushima Daiichi vorbei in Richtung der Großstadt Sendai (Nord). Der Bezirk Minamisoma, wo das radioaktive Erdreich verwendet werden soll, liegt nur wenige Kilometer nördlich der Reaktorruine. Ähnliche Projekte wurden bereits in Nihonmatsu und anderorts, trotz der Bürgerproteste durchgeführt.

Der Bürgermeister einer Ortschaft in Minamisoma, der nicht ohne Grund erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben hegt, will zunächst erst mal eine Bürgerversammlung einberufen, die vom Umweltministerium jedoch strikt abgelehnt worden ist. Laut dem Umweltministerium sei die Strahlenbelastung des Erdreiches, das verwendet werden soll, sehr niedrig, so dass dieses gesundheitlich unbedenklich sei.

 

 

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