2019 Fuku Info

Archiv aus dem Jahr 2019 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 (Zu den aktuellen Nachrichten)

 

31.05.2019

Vulkangefahr – Neubewertung dreier AKWs

Neusten Erkenntnissen unabhängiger Experten zufolge, stellt der Vulkan Daisan, Präfektur Tottori eine größere Gefahr für die AKWs Takahama, Ōi und Mihama dar, als bisher angenommen, so dass die Atomaufsichtsbehörde NRA die Sachlage erneut bewerten will. Obwohl die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi von der NRA für sicher befunden und mittlerweile wieder am Netz sind, könnte die bevorstehende Neubewertung der Vulkangefahr unter Umständen sogar den Entzug der Betriebsgenehmigung zufolge haben. Das Gleiche gilt auch für die in die Jahre gekommenen Reaktoren 1 und 2 am AKW Takahama und Reaktor 3 am AKW Mihama. Hier hatte die NRA den Kansai Elektrizitätswerken unter der Voraussetzung, dass eine Nachrüstung der Reaktoren erfolgt, eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre bereits zugesichert.

Die Kansai Elektrizitätswerke, die sogar alle 3 AKW betreibt, befürchtet nun erhebliche wirtschaftliche Einbußen, falls nach der erneuten Überprüfung einige, bzw. alle o.g. Reaktoren stillgelegt werden müssen.

Der aktive Vulkan Daisan liegt nur etwa 200 km südlich der Fukui-Bucht, wo sich die o.g. AKWs befinden. Im Falle einer Eruption könnte die Vulkanasche erhebliche Schäden an den Reaktoren mit entsprechenden Folgen anrichten.   

 

30.05.2019

AKW Fukushima – weiterhin Verzug beim Rückbau des einsturzgefährdeten Schornsteins

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi kommt es beim geplanten Rückbau des 120 Meter hohen Schornsteins der Reaktorblöcke 1 und 2 weiterhin zu Verzögerungen. Der baldige Rückbau ist jedoch dringend nötig, da der Schornstein aufgrund von Korrosionen und Bruchstellen des Haltegerüstes ziemlich einsturzgefährdet ist. Durch einen Einsturz, wozu ein mittleres Erdbeben schon reichen würde, würde neben der Verletzungsgefahr durch herabfallende Trümmer und Stahlgerüstteile, vor allem eine massive Freisetzung hochradioaktiver Partikel erfolgen! Denn in den ersten Tagen der Reaktorkatastrophe im März 2011 wurden die havarierenden Reaktoren 1 und 2 zwecks Druckentlastung über den Schornstein entlüftet (das sogenannte „Venting“). Das Gleiche geschah auch über den, etwas weniger einsturzgefährdeten Schornstein der Reaktorblöcke 3 und 4. Durch das „Venting“ sind beide Schornsteine von Innen hochradioaktiv kontaminiert!

Die Rückbauarbeiten des ersten Schornsteins, die ab Herbst 2018 über ein halbes Jahr lang vorbereitet und an einem eigens dafür geschaffenen Model geübt und evaluiert worden sind, sollten eigentlich schon am 20.05.2019 beginnen, wurden jedoch aufgrund technischer Probleme auf Anfang Juni verschoben (antiatom-fuku berichtete). Grund dafür ist die unzureichende Höhe des Krans, um das ferngesteuerte Spezialgerät in ausreichender Höhe zu positionieren. Damit soll der 120 Meter hohe Schornstein bis zur Hälfte Segment für Segment abgebaut werden. Der Abbau bis zur Hälfte, also 60 Meter, der ca. 6 Monate in Anspruch nehmen wird, sei laut dem Betreiber Tepco vorerst ausreichend, um die Einsturzgefahr zu dämmen. Die unzureichende Höhe des Krans beruht auf einen Berechnungsfehler, der jedoch erst kurz vor Beginn der Arbeiten bemerkt worden ist.

 

28.05.2019

Schneller Brüter Monju – Rückbau wird fortgesetzt

Am Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, der 2016 endgültig stillgelegt worden ist (antiatom-fuku berichtete), sollen ab Oktober weitere Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen und abtransportiert werden. Ursprünglich sollten diese Arbeiten bereits im kommenden Juli beginnen, wurden aber verschoben, da noch einzelne Arbeitsschritte optimiert werden müssen, so die Atomaufsichtsbehörde NRA. Die ersten Brennelemente wurden bereits im Zeitraum von August 2018 bis Januar 2019 entnommen, als sich dann aber ein Zwischenfall ereignete und die Arbeiten vorerst gestoppt worden sind. Bisher wurden nur Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen, aber noch keine aus dem Reaktor.

Nach dem Natriumunfall von 1995 stand der Schnelle Brüter bis 2010 still, war kurzzeitig wieder in Betrieb, als sich wieder ein Zwischenfall ereignete, und die betreibende JAEA die Betriebsgenehmigung entzogen bekommen hatte.  

Insgesamt soll die Entnahme der 530 Brennelemente bis 2022, und der komplette Rückbau des Schnellen Brüters bis 2047 dauern. Beim Schnellen Brüter Monju handelt es sich um einen natriumgekühlten Reaktor, der ausschließlich nur mit hochradioaktiven MOX-Brennelementen betrieben worden ist.

 

26.05.2019

Reis aus Fukushima – Aufweichung der Vorschriften

Seit der Reaktorkatastrophe im März 2011 gelten in bestimmten Regionen der Präfektur Fukushima weiterhin „strengere“ Überwachungsvorschriften bezüglich der radioaktiven Belastung von Lebensmitteln. Für Reis werden diese jedoch gelockert. Das bedeutet, dass in den Gebieten um das havarierte AKW Fukushima Daiichi, wo der Evakuierungsbefehl bereits wieder aufgehoben worden ist, bzw. möglicherweise sogar noch im kommenden Jahr aufgehoben werden soll, der dort geerntete Reis wieder „ganz normal“ in den Handel gebracht werden darf.

Bisher wurde nur der Reis aus bestimmten ehemaligen Evakuierungsgebieten, und auch nur nach einer gründlichen Kontrolle für den Handel zugelassen. Bis Dato wurden keine Stichproben durchgeführt, sondern jeder einzelne Sack auf radioaktive Belastung gemessen. Laut den lokalen Behörden werde seit 2015 die Strahlenobergrenze von 100 Bq/kg nicht mehr überschritten, so dass man nun die bestehende Beschränkung lockern könne. Auch wolle man Gerüchte und Ängste vorbeugen, die entstehen könnten, wenn die strengen Regelungen weiter beibehalten würde, so die lokalen Behörden.  

 

Sportfest in Tomioka nahe am AKW Fukushima Daiichi

In der Ortschaft Tomioka, keine 10 km südlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi, wurde im Rahmen der „Revitalisierungsmaßnahmen“ der Regierung, am gestrigen Samstag im Freien ein Sportfest mit 59 Grundschülern durchgeführt und feierlich zelebriert.

Tomioka wurde nach Beginn der Reaktorkatastrophe von März 2011 vollständig evakuiert und im April 2017 nach einer Flächendekontamination für die Rückkehr „freigegeben“ (antiatom-fuku berichtete). Wie die meisten anderen Gebäude, z.B. der Bahnhof, ein Hotel, wurde auch die Schule, in der die Kinder nun wieder untergebracht werden sollen, komplett neu gebaut.

Nicht nur die Tatsache, dass Tomioka nahe an der Reaktorruine liegt, sondern auch, dass sich die Schule in der Nähe Bahnhofs befindet, wo das riesige Zwischenlager für radioaktives Erdreich, Laub und Dreck ist, ist für unabhängige Experten und besorgte Bürger, vor allem für die Grundschulkinder äußerst bedenklich. Außerdem kann trotz der durchgeführten Flächendekontamination die Strahlung nicht dauerhaft gesenkt werden, da mit Wind und Regen immer wieder neue radioaktive Partikel herangetragen werden, und die umliegenden Grünflächen und Wälder eh nicht dekontaminiert werden konnten, so dass die Radioaktivität in den Gebieten rund um das AKW Fukushima Daiichi generell höher ist, als in den vom Fallout nicht betroffenen Regionen.  

 

19.05.2019

An vielen AKWs Terrorschutzmaßnahmen unzureichend

Die Atomaufsichtsbehörde NRA bemängelt, dass an einigen AKWs, die aber zum Teil schon wieder freigegeben worden und auch mittlerweile wieder am Netz sind, die baulichen Schutzmaßnamen zur Terrorabwehr unzureichend sind. Es liegen sogar noch nicht einmal Pläne der jeweiligen Betreiber vor, wie der Terrorschutz der jeweiligen AKWs überhaupt verbesset werden soll, obwohl die NRA dies schon seit einiger Zeit fordert. Lediglich für den Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Saga haben die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke der NRA am 16.05.2019 einen Fahrplan für die Nachbesserung des Terrorschutzes vorgelegt. Auch wolle man die gesetzte Frist bis August 2022 einhalten, so ein Sprecher der Kyushu Elektrizitätswerke.

Mittlerweile wurden 9 Reaktoren an 5 AKWs von der NRA bereits für „sicher“ befunden und nach erfolgter Freigabe wieder in Betrieb genommen. Für weitere Reaktoren wurde eine Laufzeitverlängerung zugesichert, und einige befinden sich noch in der NRA-Sicherheitsüberprüfung.

Für die von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebenen Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima und Reaktor 4 am AKW Genkai wurde der NRA jedoch noch kein Maßnahmenkatalog für die Terrorabwehr vorgelegt. Auch für die von den Kansai Elektrizitätswerken betriebenen Reaktoren 1 bis 4 am AKW Takahama, AKW Ōi, beide Präfektur Fukui und für den von den Shikoku Elektrizitätswerken betriebenen Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime liegen der NRA, obwohl die Reaktoren mittlerweile wieder am Netz sind, noch keine Terrorabwehrpläne vor. Auch an den AKWs, die sich noch in der Sicherheitsüberprüfung befinden, bzw. Reaktoren, denen bereits eine stattliche Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre zugesichert worden ist, erscheint der Terrorschutz nur halbherzig, wie z.B. am AKW Tokai 2, Präfektur Ibaraki. Hier sollen einfache Pylonen und Absperrstangen aus Kunststoff in der Zufahrtsstraße Autos davon abhalten, mit hoher Geschwindigkeit auf das AKW-Gelände zu fahren.

Somit könnte die NRA den Weiterbetrieb der jeweiligen Reaktoren sogar untersagen, wenn innerhalb einer bestimmten Frist keine Nachbesserung im Terrorschutz erfolgt.  

 

15.05.2019

AKW Fukushima: wegen technische Probleme Verzug beim Rückbau des Schornsteins

Aufgrund technischer Probleme des Krans, der am havarierten AKW Fukushima Daiichi für den Rückbau des Schornsteins von Reaktorblock 1 und 2 benötigt wird, müssen die Arbeiten, die am kommenden Montag (20.05.2019) beginnen sollten (antiatom-fuku berichtete), bis auf weiteres verschoben werden. Der Kran, auf dem schweres Gerät für den Rückbau des 120 Meter hohen Schornsteins montiert ist, lässt sich nicht ausfahren. Nach der Ursache der technischen Störung werde nun gesucht, so der Betreiber Tepco.  

Der Schornstein ist von Innen hochradioaktiv verseucht, so dass die Rückbauarbeiten komplett ferngesteuert erfolgen müssen.

 

11.05.2019

AKW Fukushima: Rückbau des ersten Schornsteins beginnt in Kürze

Wie der Betreiber Tepco Ende dieser Woche mitteilte, sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi ab den 20.05.2019 die Rückbauarbeiten des hochradioaktiv kontaminierten Schornsteins von Reaktorblock 1 und 2 beginnen. Der ebenfalls hochradioaktiv verseuchte Schornstein von Reaktor 3 und 4, sowie ein weiterer Schornstein werden zu einem späteren Zeitpunkt rückgebaut, da dessen Haltegerüste nicht so stark beschädigt sind, wie das des Schornsteins von Reaktorblock 1 und 2. Die Rückbauarbeiten wurden bereits im Dezember vergangenen Jahres, jedoch ohne Nennung eines genauen Datums angekündigt (antiatom-fuku berichtete).

Der im Durchmesser 3,2 Meter breite und 120 Meter hohe Schornstein wird durch ein Haltegerüst gestützt. Dieses ist jedoch aufgrund von zahllosen Bruchstellen und Korrosionen sehr instabil geworden und somit akut einsturzgefährdet. Ein etwas stärkeres Erdbeben würde hier schon reichen!

Da die Arbeiten, die wegen der hohen Strahlung komplett ferngesteuert erfolgen müssen, sehr aufwändig und schwierig sind, soll zunächst erst einmal nur die obere Hälfte des Schornsteins rückgebaut werden, so dass der Schornstein dann nicht mehr so instabil ist.

Zu Beginn der Reaktorkatastrophe mit dreifacher Kernschmelze im März 2011, wurde im Reaktorblock 1 zwecks Druckentlastung radioaktiver Dampf über den Schornstein abgelassen, wodurch der Schornstein, vor allem von innen, und die direkte Umgebung sehr stark radioaktiv kontaminiert worden ist.

Für den Rückbau des Schornsteins wurde ein hoher Kran montiert, der über ein spezielles Gerät verfügt, womit der Schornstein Stück für Stück abgetragen werden soll. Die abgetragenen 2 bis 4 Meter großen Segmente werden dann vorsichtig heruntergelassen und abtransportiert. Das Herumwirbeln radioaktiver Partikel soll durch ein spezielles Bindemittel verhindert werden.

Kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe herrschte am Fuße des Schornsteins eine tödliche Strahlung von über 10 Sv/h. 2015 lag die Strahlung noch bei 2 Sv/h. Auch heute noch gibt es am AKW Fukushima Daiichi zahlreiche Stellen, vor allem in den Reaktorgebäuden, aber auch im Freien, die eine gefährlich hohe Strahlendosis aufweisen.  

 

06.05.2019

Keine weiteren Inbetriebnahmen von AKWs in 2019

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA landesweit bereits 9 Reaktoren an 5 AKWs für „sicher“ befunden, von den örtlichen Behörden genehmigt und wieder in Betrieb genommen. Da sich ein Reaktor (am AKW Ōi) vorübergehend in Revision befindet, sind zurzeit „nur“ 8 Reaktoren am Netz. Weitere Reaktoren werden zurzeit noch auf Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen überprüft. Unter den aussichtsreichsten Kandidaten, also jene Reaktoren, wo die NRA die Freigabe schon in Aussicht gestellt hat, verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme um weitere 6 bis 9 Monate, da die noch geforderten Nachbesserungsarbeiten noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. So verzögert sich die für den kommenden Herbst geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 am AKW Takahama, Präfektur Fukui bis Mai 2020. Der Reaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui wird voraussichtlich im Juli 2020, und der Reaktor 2 am AKW Takahama im Januar 2021 ans Netz gehen, so dass in diesem Jahr kein weiterer Reaktor hochgefahren wird.

Bei allen drei o.g. Reaktoren handelt es sich um Altreaktoren, für die nach 40jähriger Laufzeit eine Betriebsverlängerung für weitere 20 Jahre erteilt worden ist, so dass diese auf eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren kommen.

 

29.04.2019

AKW Tomari: Dauerbrenner seismisch aktive Verwerfung

Im Dauerstreit bezüglich der geologischen Verwerfungen am AKW Tomari, Hokkaido, trafen sich am vergangenen Freitag die Verantwortlichen der betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke mit der Atomaufsichtsbehörde NRA zu einer Konferenz in Tokyo, wo sich der Sitz der NRA befindet. Die Hokkaido Elektrizitätswerke legten der NRA Daten einer erneuten geologischen Untersuchung vor, die die seismische Aktivität der geologischen Verwerfungen am AKW Tomari angeblich widerlegen soll. Das kann die NRA, die eine seismische Aktivität aber „beim besten Willen“ nicht ausschließen kann, nicht bestätigen. Denn bereits im Februar wurde das Dauerthema „geologische Verwerfung“ heiß diskutiert. Auch damals legten die Hokkaido Elektrizitätswerke eigens erhobene Daten vor, wonach angeblich keine seismische Aktivität bestehen würde (antiatom-fuku berichtete).

Mittlerweile zieht sich die NRA-Überprüfung, vor allem wegen der geologischen Zusatzgutachten, seit über fünfeinhalb Jahre in die Länge. Bisher wird für das AKW Tomari seitens der NRA jedoch keine Freigabe in Aussicht gestellt. Es droht sogar die Stilllegung der Anlage, die die betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke jedoch mit aller Macht abwenden wollen, zumal das AKW Tomari, bestehend aus drei DWR noch recht neu ist.

Erst gestern Morgen ereignete sich wieder einmal ein Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 5,6. Das Epizentrum lag etwas 190 km südlich des AKWs Tomari in 110 km Tiefe. Beim Erdbeben im September 2018 traten am AKW Tomari sogar ernste Probleme am Kühlkreislauf der Abklingbecken auf (antiatom-fuku berichtete).

 

24.04.2019

AKW Fukushima, Reaktor 3: weitere Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen

Wie der Betreiber Tepco am gestrigen Dienstag mitteilte, wurden am havarierten AKW Fukushima Daiichi weitere Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 geborgen und mittels Transportbehälter zum Zusatzabklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet transportiert. Somit wurden nun 7 ungebrauchte der insgesamt 566 Brennelemente geborgen. Die Bergung der ersten 4 Brennelemente hatte im Rahmen einer Testphase bereits am 15.04.2019 begonnen (antiatom-fuku berichtete). Die endgültige Entnahme, die aufgrund der hohen Radioaktivität über ferngesteuerte Kräne erfolgen muss, beginnt ab dem Sommer und dauert voraussichtlich bis Mitte 2020.

 

20.04.2019

AKW Fukushima – Tepco will Arbeitskräfte aus dem Ausland anheuern

Für die Aufräum- und Rückbauarbeiten am havarierten AKW Fukushima Daiichi will der Betreiber Tepco nun verstärkt Arbeitskräfte aus dem Ausland anheuern. Entsprechende Voraussetzungen bezüglich einer temporären Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis werden seitens der Regierung geschaffen.

Nicht nur Tepco, sondern auch die anderen AKW-betreibende Stromkonzerne, sowie die Bauindustrie suchen händeringend nach Arbeitskräften.

Die angeheuerten Arbeitskräfte, die nur zeitlich begrenzt in Japan verbleiben sollen, sollen laut Tepco am AKW Fukushima Daiichi für Aufräumarbeiten und am AKW Kashiwazaki Kariwa für Wartungs- und Reinigungsarbeiten eingesetzt werden. Hier ist die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 nach Beendigung der Nachbesserungsarbeiten vorgesehen. Am AKW Fukushima Daiichi sind zurzeit 4000 Leute pro Tag im Einsatz. Diese können aufgrund der erhöhten Strahlung jedoch nur zeitlich begrenzt für ein paar Wochen eingesetzt werden und kommen schon seit geraumer Zeit aus dem ganzen Land. Dennoch wird die Suche immer schwerer.

Bei den ausländischen Arbeitskräften, die nun angeheuert werden sollen, ist jedoch zu bedenken, dass bei bestehender Sprachbarriere die Erklärungen der Arbeitsabläufe, bzw. die vorgeschriebene Strahlenschutzschulung usw. kaum, bzw. gar nicht möglich sind. Außerdem ist es auch fraglich, ob die Subunternehmer und dessen Sub-Subunternehmer, die als eigentlichen Arbeitgeber infrage kommen, an einer „erfolgreich“ durchgeführten Strahlenschutzschulung der vorübergehenden Arbeitskräfte überhaupt interessiert sind, so dass sich die Arbeiter über die Gefahren der Radioaktivität, der sie ausgesetzt werden, gar nicht bewusst sind. Tepco selber fungiert „nur“ als „Auftraggeber“ und nicht als direkter Arbeitgeber, und kann sich dem entsprechend auch der Verantwortung ziehen.   

 

19.04.2019

Erhöhte Vulkangefahr für AKWs in der Fukui-Bucht

Trotz erhöhter Vulkangefahr am Berg Daisan, Präfektur Tottori mit einer vorausberechneten Schicht von 10 cm durch den Niederschlag der Vulkanasche in der Umgebung, die Wissenschaftler nun anhand einer Computersimulation berechneten, sieht die Atomaufsichtsbehörde NRA weiterhin keine nennenswerten Gefahren für die AKWs Ōi, Takahama und Mihama, Präfektur Fukui. Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi und die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama sind bereits wieder in Betrieb. Für den Altreaktor 3 am AKW Mihama hat die NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erteilt und defacto schon freigegeben. Zurzeit wird dieser jedoch noch technisch nachgerüstet.

Die Fukui-Bucht, wo sich die 3 o.g. AKWs, sowie weitere, auch bereits stillgelegte Reaktoren, inklusive des Schnellen Brüters Monju befinden, liegt nur 190 km nördlich des Vulkans Daisan. Allerdings sieht die NRA trotz der Neueinschätzungen der Gefahren durch die zunehmende Aktivität des Vulkans Daisdan keinen Handlungsbedarf bezüglich der AKWs Ōi, Takahama und Mihama.

 

16.04.2019

AKW Fukushima, Abklingbecken Reaktor 3: Bergung der Brennelemente hat begonnen

Am gestrigen Montag wurden am havarierten AKW Fukushima Daiichi die ersten 4 ungebrauchten von insgesamt 566 Brennelementen, die sich im Abklingbecken von Reaktor 3 befinden geborgen. Die Arbeiten, die wegen der hohen Strahlung komplett ferngesteuert ausgeführt werden müssen, dauerten bis zum frühen Abend an. Auch wenn statt der geplanten 7 nur 4 Brennelemente geborgen worden sind, verliefen die Arbeiten ohne Zwischenfälle.

Unter den 566 Brennelementen im Abklingbecken von Reaktor 3, befinden sich 52 ungebrauchte Brennelemente. Ursprünglich sollte die Bergung der Brennelemente sogar schon 2014 beginnen, was aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung bisher noch nicht möglich gewesen ist. Auch jetzt nach über 8 Jahren seit Beginn der Reaktorkatastrophe liegt die Strahlung im Bereich des Abklingbeckens von Reaktor 3 immer noch bei 740 mS/h.

Wann die geschmolzenen Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter, der seit August 2010 auch mit 32 MOX-Brennelementen bestück worden ist, geborgen werden können, ist bisher noch unklar.   

Um die Brennelemente aus dem Abklingbecken zu bergen, das sich im oberen Stockwerk des Reaktorgebäudes befindet, werden diese unter Wasser in den Transportbehälter gesetzt. Der Behälter wird dann mittels Kran aus dem Reaktorgebäude gehoben, in 30 Meter Tiefe auf das bereitstehende Transportfahrzeug gelegt und zum Zusatzabklingbecken gefahren, das sich ebenfalls auf dem AKW-Gelände befindet.

Die Arbeiten erfolgen wegen der hohen Strahlung ferngesteuert und werden in einem separaten Kontrollraum überwacht. Sollte jedoch eine technische Störung am Entnahmekran auftreten, muss diese jedoch vor Ort, also im Gebäude repariert werden.

Die Arbeiten, die vorerst im Rahmen einer Testphase begonnen worden sind, werden nun evaluiert und im Juni fortgesetzt.

Siehe dazu auch das Video der ANN news (japanisch)

 

14.04.2019

Atompropagandistische Homepage „Atsumare! Genshiryokumura“ aus dem Netz entfernt

Eine neue Homepage, die „Atsumare! Genshiryokumura“ („Angetreten! Atomdorf“) die vom Verband der japanischen Atomindustrie (JAIF) ins Netz gestellt worden ist, erwies sich inhaltlich als äußerst unangemessen, so dass diese nach 5 Tagen, also am vergangenen Freitag zwangsweise geschlossen worden ist.

Denn die Homepage, „Atsumare! Genshiryokumura“, die auf propagandistische Art und Weise die Atomkraft verherrlicht, Unwahrheiten im Sinne der Kernenergie verbreitet und Gehirnwäsche im Sinne der Atomlobby betreibt, richtete sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche. In der breiten Masse stieß diese Homepage sofort auf heftigste Kritik.

Laut den Verantwortlichen der JAIF, die im Sinne der Atomindustrie für die „zivile Nutzung“ der Kernenergie wirbt, sollte die Homepage, die erst am 08.04.2019 online geschaltet worden ist, junge Leute von den angeblich positiven Seiten der seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Verruf geratenen Kernenergie „überzeugen“.

 

13.04.2019

AKW Fukushima, Reaktor 3: Bergung der Brennelemente beginnt in Kürze

Wie der Betreiber Tepco Ende dieser Woche ankündigte, sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi ab Montag die ersten Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 geborgen werden. Die Bergungsarbeiten beginnen zunächst mit einer Testphase, bei der erst einmal 7 ungebrauchte Brennelemente, also eine Fuhre, geborgen werden soll. Anschließend wird der getätigte Vorgang evaluiert und die Arbeitsschritte ggf. verbessert. Ab Juni soll dann die Bergung der übrigen Brennelemente beginnen. Die Arbeiten, die aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben werden mussten, werden voraussichtlich 2 Jahre andauern.

Da der Vorgang aufgrund der hohen Strahlung lebensgefährlich ist, muss dieser über ferngesteuerte Kräne erfolgen. Unter den 566 zu bergenden Brennelementen, befindet sich auch eine unbekannte Anzahl an plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen. Das Reaktorgebäude 3, das durch die Wasserstoffexplosion von 2011 sehr stark beschädigt worden ist, ist instabil und könnte im Falle eines erneuten stärkeren Erbebens einstürzen. Außerdem befindet sich das Abklingbecken im Obergeschoss, also in 30 Meter Höhe, was die Arbeit nicht gerade erleichtert.

Um zu verhindern, dass während der Bergungsarbeiten radioaktive Partikel in die Umwelt gelangen, wurde das Obergeschoss des Gebäudes, wo sich auch das Abklingbecken befindet, mit einer halbrunden Schutzhülle versehen. Um die Brennelemente aus dem Abklingbecken zu bergen, werden diese unter Wasser Stück für Stück zu siebt in einen Transportbehälter gesetzt, mit dem Kran gehoben und zum Zusatzabklingbecken, dass sich auf dem AKW-Gelände befindet transportiert.

Die Bergung der Brennelemente aus den Reaktoren 1 und 2, sowie die Bergung der Kernschmelzen der Reaktoren 1 bis 3 steht noch aus. Im Reaktor 4 hat sich keine Kernschmelze ereignet, da dieser zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe aufgrund von Wartungsarbeiten leer war. Das Abklingbecken mit 1535 Brennelementen wurde 2014 bereits entleert. Die Reaktoren 5 und 6, die sich ebenfalls in Revision befanden, sind weitgehend unbeschädigt geblieben.

 

11.04.2019

AKW Fukushima: etwa 1,6 Mrd. Euro Gesamtkosten für 2019

Für das Fiskaljahr 2019 hat das Wirtschaftsministerium, das die Ausgaben für das havarierte AKW Fukushima Daiichi überwacht und genehmigt, einen Kostenplan für die Schadensbegrenzung und Rückbau des AKWs vorgelegt. Dem nach liegen die vorausberechneten Ausgaben für 2019 bei etwa 1,6 Mrd. Euro. Davon entfallen 385 Mio. Euro für den Austausch undichter Lagertanks, die Filterung des hochradioaktiv verseuchten Kühlwassers und Wartung der Anlagen. Für die Vorbereitung und Bergung der Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 3 werden etwa 200 Euro veranschlagt. 78 Mio. Euro werden für weitere Erkundungsmissionen, für die Vorbereitung der Bergung der geschmolzenen Brennelemente der Reaktoren 1 bis 3, 237 Mio. Euro für Personal- und Verwaltungskosten, sowie für die Öffentlichkeitsarbeit berechnet. Und 192 Mio. Euro werden für unerwartete Ereignisse, bzw. Zwischenfälle zurückgelegt.

Laut den Vorausberechnungen für die Jahre 2020 und 2021 werden die Gesamtkosten für das havarierte AKW Fukushima Daiichi bei etwa 1,9 Mrd. und 1,6 Mrd. Euro liegen.

 

07.04.2019

Fukushima: teilweise Freigabe der Ortschaft Ono ab 10.04.2019

Nach endgültigem Beschluss der Regierung, wird die Ortschaft Ono, zu der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi gehört, teilweise zur Wiederbesiedelung freigegeben. Die Aufhebung des Evakuierungsbefehls teilt sich in drei Abschnitte, was bedeutet, dass ein Teil der Ortschaft komplett für die Rückkehr, ein weiterer Teil unter Einschränkung (begrenzte Aufenthaltsdauer pro Tag) freigegeben wird. Der dritte Teil bleibt weiterhin Sperrzone.

In den komplett freigegebenen Abschnitten wurde eine Flächendekontamination durchgeführt. Diese Gebiete wurden nun seitens der Behörden für „sicher“ befunden, so dass eine Rückkehr angeblich möglich sei, und seitens der Regierung auch ausdrücklich erwünscht ist. Allerdings hält sich die Rückkehrbereitschaft, wie auch in den anderen bereits freigegebenen ehemaligen Evakuierungsgebieten sehr stark in Grenzen. Denn die Sorge bezüglich gesundheitlicher Folgen durch die erhöhte Radioaktivität ist entgegen offiziellen Behauptungen nämlich durchaus berechtigt.

Die Reaktorkatastrophe liegt gerade mal etwas mehr als 8 Jahre zurück und die Strahlenwerte in der Umgebung liegen immer noch weit über der Normgrenze von 1 bis 2 mSv/a. Teilweise liegen diese, vor allem in den nicht dekontaminierten Grünflächen und Wäldern sogar deutlich höher. Auch die dekontaminierten Wohngebiete weisen teilweise einen sprunghaften Anstieg der Radioaktivitätswerte bis zu 20 mSv/a und mehr auf. Das sind Werte, die laut der Regierung, die „20 mSv/a“ als Obergrenze für die ehemaligen Evakuierungsgebiete gesetzt hat, als durchaus zumutbar erachtet.

 

30.03.2019

Alaska, Beringstraße: radioaktive Partikel aus Fukushima

Ein Forscherteam aus Alaska hat Wasserproben aus dem Meer der Beringstraße (Meerenge zwischen Russland und Alaska/USA) gesammelt und analysiert. In den Proben wurde Cäsium137 in kleineren Mengen nachgewiesen, dass mit aller Wahrscheinlichkeit aus dem vor 8 Jahren havarierten AKW Fukushima Daiichi stammt. Gesammelt wurden die Proben auf hoher See und nahe der zu Alaska gehörigen, jedoch näher an der russischen Grenze gelegenen St. Lorenz Insel, die sich inmitten der Beringstraße befindet.  

 

27.03.2019

Strahlenflüchtlinge Fukushima: Bürgerklage erfolgreich

Nach einem Urteil, dass gestern am Landgericht Matsuyama, Präfektur Fukushima gefällt worden ist, müssen der Staat und der Stromkonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, eine Schadensersatzsumme von knapp 220.000 Euro an 23 Strahlenflüchtlinge zahlen, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe 2011 aus ihrer verstrahlten Heimat Minamisoma evakuiert worden sind. Begründet wurde das Urteil damit, da bereits im Jahr 2002 ein mögliches größeres Erdbeben mit Tsunami für die Tohoku-Region (Nordostjapan) durch Geowissenschaftler prognostiziert worden ist. Allerdings wurde die Sicherheit am AKW Fukushima Daiichi seitens der Behörden nie infrage gestellt, bzw. keine sicherheitsrelevanten Nachbesserungen durch den Betreiber Tepco, z.B. der Bau einer höheren Tsunamischutzmauer, bzw. Umplatzierung der Notstromaggregate getätigt.  

 

24.03.2019

Stadt Higashidori erhält Spende von Atomkonzern

Wie auf einer Pressekonferenz Ende dieser Woche mitgeteilt wurde, haben die Hokuriku Elektrizitätswerke, die auch das AKW Higashidori, Präfektur Aomori betreiben, 3,2 Mio. Euro an den behördlichen Heimatverein der Stadt Higashidori gespendet. Offiziellen Angaben zufolge soll das Geld für Förderprogramme in der Kindererziehung, sowie weiterer Projekte investiert werden.

Das AKW Higashidori befindet sich seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 im Stillstand und wird zurzeit von der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft. Die Freigabe durch die NRA, sowie die Genehmigung der Stadt Higashidori und der Präfekturverwaltung erhoffen sich die Hokuriku Elektrizitätswerke für das Jahr 2021.   

Der Chef des AKWs, M. Ishii, betonte jedoch, dass die erhoffte Genehmigung für die angestrebte Wiederinbetriebnahme des AKWs nichts mit der Spende zu tun hätte. Die Spende sei lediglich, so Ishii, „weil der Stillstand des AKWs einen negativen Einfluss auf die lokale Wirtschaft habe, und man soziale Projekte, die aufgrund mangelnder Geldmittel zu kurz kämen, unterstützen wolle“. Auch der Bürgermeister der Stadt Higashidori dementiert jegliche Beziehung des Heimatvereins zur Atomwirtschaft, räumt jedoch ein, dass Higashidori in seiner Geschichte schon immer „abhängig“ von der Atomkraft gewesen ist.   

 

21.03.2019

Ortschaft Ono: Aufhebung des Evakuierungsbefehls

Mit Ono wird ab April eine weitere Ortschaft, die in direkter Nachbarschaft zum havarierten AKW Fukushima Daiichi liegt, zur Wiederbesiedelung freigegeben. Einige Teile der Ortschaft Ono werden dann komplett, andere mit Einschränkung freigegeben. Nach erfolgter Flächendekontamination wurden diese Gebiete seitens der Behörden nun für „sicher“ befunden und der Evakuierungsbefehl aufgehoben. Die Reaktorkatastrophe liegt gerade mal 8 Jahre zurück und die Strahlenwerte in der Umgebung liegen immer noch weit über der Normgrenze von 1 bis 2 mSv/a. Teilweise liegen diese, vor allem in den nicht dekontaminierten Grünflächen und Wäldern sogar deutlich höher. In den dekontaminierten Wohngebieten werden jedoch immer noch Radioaktivitätswerte bis zu 20 mSv/a erreicht. Werte, die laut der Regierung, die „20 mSv/a“ als Obergrenze für die wieder freigegebenen Evakuierungsgebiete gesetzt hat, als zumutbar erachtet.

Das neugebaute Rathaus wurde bereits fertiggestellt und die Infrastruktur wiederhergestellt, so dass die Freigabe der Ortschaft Ono, die ursprünglich für Mai geplant war (antiatom-fuku berichtete), um einen Monat vorgezogen worden ist. Allerdings hält sich die Rückkehrbereitschaft vieler ehemaliger Einwohner, die teilweise schon woanders niedergelassen haben, nicht ohne Grund sehr stark in Grenzen.     

 

17.03.2019

Klage gegen das AKW Ikata erneut gescheitert

Die Bewohner dreier zur Präfektur Yamaguchi gehörigen Inseln, die in 50 km Entfernung zum AKW Ikata, Präfektur Ehime liegen, wollten per Einstweiliger Verfügung einen sofortigen Betriebsstopp des Reaktors 3 am AKW Ikata erwirken.  Allerdings wurde die Klage durch das Landgericht Yamaguchi, wo der Fall bereits am vergangenen Freitag verhandelt worden ist, abgewiesen. Somit dürfen die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke den Reaktor, der unter anderem auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt ist, weiterlaufen lassen.  

Begründet wurde die Klage der Bürger damit, dass sich das AKW Ikata in nur 130 km Entfernung zum Vulkan Aso, Präfektur Kumamoto befindet, die vor allem wegen zahlloser Erdbeben in die Schlagzeilen geriet (antiatom-fuku berichtete). Außerdem zeigt der Vulkan Aso in letzter Zeit vermehrt Aktivität.

Anders als die klagende Bürgerinitiative und unabhängigen Experten sehen die urteilenden Richter allerdings keine nennenswerten Gefahren in Bezug auf das AKW Ikata.  

 

14.03.2019

Verstrahlte Obstplantagen: Tepco muss Schadensersatz zahlen

Heute wurde am Landgericht Iwaki, Präfektur Fukushima die Schadensersatzklage eines Landwirtes aus Ono verhandelt, dessen Obstplantagen und Felder infolge der Reaktorkatastrophe von 2011 radioaktiv verseucht wurden, und somit nicht mehr nutzbar sind. Der Ort Ono grenzt direkt an das havarierte AKW Fukushima Daiichi, wurde damals komplett evakuiert und ist weiterhin unbewohnbar.

In der heutigen Verhandlung wurde die verursachende Betreiberfirma Tepco nun zur einer Schadensersatzzahlung von 2,3 Mio. Euro verurteilt.

 

13.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 3: Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken erneut verschoben

Die Entnahme der 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 des havariertem AKWs Fukushima Daiichi, die nach letzten Informationen in diesem Monat beginnen sollte, wird nun auf April verschoben. Diese sollte ursprünglich bereits im vergangenen November beginnen, wurde jedoch aufgrund technischer Probleme des Entnahmekrans, sowie weiterer Konstruktionsmängel schon mehrfach verschoben (antiatom-fuku berichtete).

Im April sollen zwecks Evaluierung und Optimierung der Arbeitsabläufe zunächst erst einmal 7 Brennelemente entnommen werden. Die Entnahme der restlichen, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente, soll dann ab dem Sommer beginnen. Die entnommenen Brennelemente sollen dann in das zentrale Abklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert werden. 

Aufgrund der hohen Strahlung muss die Entnahme der Brennelemente komplett ferngesteuert erfolgen, so dass jeder Arbeitsschritt genau geplant werden muss.

Zur Vorbereitung wurde das Reaktorgebäude, das 2011 durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt worden ist, mit einem halbrunden Schutzdach versehen, unter dem sich ein ferngesteuerter Entnahmekran befindet.

 

11.03.2019

Das große Tohoku-Erdbeben mit Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi jährt sich heute zum 8. Male

Heute vor 8 Jahren, am 11. März 2011 um 14:46 Uhr ereignete sich in Nordostjapan das große Tohoku-Erdbeben mit einem gewaltigen Tsunami und der Reaktorkatastrophe mit dreifacher Kernschmelze am AKW Fukushima Daiichi. Das Erdbeben, das eine Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala aufwies, war das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Der Tsunami überflutete eine Fläche von 470 km². Mehr als 260 küstennahe Ortschaften wurden zerstört. Nahezu 20.000 Leute verloren ihr Leben durch den Tsunami. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden evakuiert, bzw. flüchteten „freiwillig“. Häuser, die nach dem Erdbeben und Tsunami noch intakt geblieben schienen, mussten aufgrund der hohen Radioaktivität verlassen werden. Hunderttausende verloren ihre Heimat. Um das havarierte AKW Fukushima Daiichi herum entstanden Geisterdörfer, die für mehrere Jahrzehnte (eigentlich) nicht mehr bewohnbar sind. Diese Gebiete werden aber, auf Anordnung der Regierung, zwecks Senkung der Radioaktivität, einer Flächendekontamination durch Abtragen der obersten Erdschicht unterzogen. Es wird weiterhin konsequent versucht, die Leute zur Rückkehr in ihre immer noch radioaktiv belastete Heimat zu bewegen. Die Dekontaminationsmaßnahmen wirken aber nur kurzfristig, da laufend neue radioaktive Partikel mit Wind und Regen herangetragen werden. Alle Flächen außerhalb von Wohngebieten und landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden nicht dekontaminiert und weisen somit eine deutlich höhere Strahlung als die dekontaminierten Gebiete auf.

Da nicht zu Unrecht gesundheitliche Folgen befürchtet werden, hält sich die Rückkehrbereitschaft in die radioaktiv belastete Heimat, vor allem bei Familien mit Kindern sehr stark in Grenzen. In der Stadt Iitate, die nur 30 km vom havarierten AKW entfernt liegt und sehr stark radioaktiv verseucht worden ist, sind nach der Flächendekontamination bisher „nur“ 10% der ehemaligen etwa 6000 Einwohner zurückgekehrt. 

Vom havarierten AKW Fukushima Daiichi geht weiterhin eine große Gefahr aus! Seit 2011 läuft radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Das Tritiumwasser, über 1 Mio. m³, das auf dem AKW-Gelände lagert, will der Betreiber Tepco ins Meer verklappen. Bisher konnten sich jedoch die Fischer und dessen Genossenschaften, Umweltschützer und Bürger noch erfolgreich dagegen währen.   

In Anbetracht immer neuer Schwierigkeiten, wird der Rückbau des AKWs vermutlich noch 30 bis 40 Jahre dauern.

In den offiziellen Gedenkfeiern, die vielerorts in Nordostjapan stattfanden, gedachte man zwar der Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, aber nicht die der Reaktorkatastrophe. Diese wird seitens der Regierung nämlich weiterhin kleingeredet, bzw. in Vergessenheit gebracht werden. Mittlerweile laufen landesweit auch wieder 9 Reaktoren an 5 AKWs.

Landesweit, z.B. in Tokyo fanden jedoch zahlreiche Gedenk- und Protestveranstaltungen zum 8. Fukushima Jahrestag statt. Die meiste Kritik galt der gegenwärtigen Energie- und Atompolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) und der Wiederinbetriebnahme vieler Reaktoren, bei fehlender Notwendigkeit. Von den Protestteilnehmern befürwortet und gefordert wird ein atomfreies Japan und das der Ausbau der erneuerbaren Energien besser vorangetrieben wird.    

 

06.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 1 – weitere Robotermission geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi soll auch im Reaktor 2 eine erneute Robotermission zur Beurteilung der Kernschmelze erfolgen. Die zu erhebenden Daten werden benötigt, um die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen zu können. Dazu wird nun ein Loch mit einem Durchmesser von ca. 30 cm in 2 Türen einer Unterdruckschleuse, die einen unterirdischen Gang mit dem Reaktor verbindet. Die Schleuse diente seiner Zeit dazu, damit beim Betreten und Verlassen der Reaktoreinheit keine radioaktive Partikel nach außen gelangen konnten. Der Wasserstand im Reaktorsicherheitsbehälter liegt bei 1,9 Meter. Für die Robotermission als solche, die ab April, bzw. bis zum Sommer geplant ist, soll dann ein Tauchroboter zum Einsatz kommen.

Die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 soll, nach dem dies wegen technischen Störungen des Entnahmekrans mehrfach verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete), nun Ende des Monats beginnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich 2 Jahre andauern. Ursprünglich war der Beginn für Herbst 2018 geplant. Für die Reaktoren 1 und 2 ist die Entnahme aus dem Abklingbecken ab 2023 vorgesehen.    

 

03.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Strahlung 7,6 Sv/h, Rückbau sehr schwierig

Bezüglich der Robotermission am havarierten AKW Fukushima Daiichi, die am 13.02.2019 im Reaktor 2 durchgeführt worden ist (antiatom-fuku berichtete), gab der Betreiber Tepco bereits am vergangenen Donnerstag weitere Informationen bekannt. Demnach wurde unterhalb des Reaktordruckbehälters, also am Grund des Reaktorsicherheitsbehälters, wo sich das als Kernschmelze vermutete bräunliche klumpige Sediment befindet, eine Strahlung von 7,6 Sv/h gemessen. Anhand der Daten, die bei der Robotermission am 13.02. erhoben worden sind, lässt sich jedoch nicht genau sagen, ob es sich beim oben beschriebenen Sediment um die geschmolzenen Brennelemente oder andere geschmolzene Materialien handelt.

In Anbetracht der hohen Radioaktivität und der Unklarheit, in wie weit der Kernbrennstoff überhaupt durchgeschmolzen ist, gestaltet sich der Rückbau des Reaktors, wie von Tepco bereits erwartet, weiterhin äußerst schwierig.    

Bei der Mission am 13.02. wurden zwecks einer Videodokumentation und der Durchführung von Messungen ein ferngesteuerter Robotergreifarm über eine Röhre in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 eingebracht.      

 

02.03.2019

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktorblock 3: radioaktives Wasser ausgetreten

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata hat sich bereits am Donnerstagvormittag ein Zwischenfall ereignet, bei dem 3,2 Liter radioaktives Wasser aus einer Rohrleitung im Reaktorblock 3 ausgetreten sind.

Auch wenn das AKW schon seit einigen Jahren stillsteht, befindet sich dennoch stehendes Wasser in den Rohrleitungen. So auch in den Rohren des Reaktorblocks 3, die, wenn der Reaktor im Betrieb ist, den heißen Wasserdampf vom Reaktordruckbehälter, wo sich die Brennelemente befinden, zum Turbinenhaus leitet.

Beim Reaktor 3 handelt es sich um einen Siedewasserreaktor, der im Gegensatz zu Druckwasserreaktoren, nur über einen einzigen Kühlkreislauf verfügt.

Den Wasseraustritt entdeckte ein Mitarbeiter bei einem Kontrollgang. Betroffen war eine Rohrleitung, die den heißen Wasserdampf vom Reaktor zum Turbinenhaus leitet. Dort wurden 2 undichte Stellen an Ventilen gefunden. Laut dem Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, sei keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Auch die beteiligten Mitarbeiter hätten wohl keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten.

Für die Reaktoren 1 bis 5 wurde bisher weder eine Genehmigung zur Stilllegung, noch auf Überprüfung zur Wiederinbetriebnahme gestellt, so dass diese weder rückgebaut, noch instandgesetzt werden. Diese liegen brach, müssen jedoch wegen der vorhandenen Brennelemente in den Abklingbecken weiterhin laufend überwacht und gewartet werden. Die Reaktoren 6 und 7 wurden bereits von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und defacto zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Die Genehmigung der Lokalbehörden steht jedoch noch aus.

 

25.02.2019

Nach Zwischenfall im Kernforschungszentrum Tokai – Loch im Probenbeutel

Nach dem sich Ende Januar in einem Labor der Wiederaufbereitungsanlage des Japanischen Forschungszentrums für Nukleartechnologie und Entwicklung (JAEA) in Tokai, Präfektur Ibaraki, ein Zwischenfall ereignete, bei dem sich 9 Mitarbeiter mit einem hochradioaktiven Pulvergemisch kontaminierten (antiatom-fuku berichtete), teilte die JAEA heute mit, das der Plastikbeutel, der das Pulver beinhaltete, ein 5 mm großes Loch aufwies. Das Loch wurde vermutlich 2001 durch unsachgemäßes verschließen des Beutels verursacht, so die JAEA.  

Der Beutel mit dem besagten Pulvergemisch, bestehend aus Plutonium und Uran, befand in einem fest verschlossenen Stahlbehälter. Als die Mitarbeiter den Behälter öffneten und den Beutel herausnehmen wollten, kam es zum Austritt vieler Partikel und somit zur Kontamination. Laut der JAEA haben die betroffenen Mitarbeiten angeblich keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten, und es sei auch nichts in die Umwelt gelangt.

Im Juni 2017 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall im JAEA-Kernforschungszentrum Ōarai, ebenfalls Präfektur Ibaraki, bei dem 5 Arbeiter, im Alter von 20 bis 50 mit radioaktivem Pulver in Kontakt gekommen sind. Hier gab es sehr wohl eine Inkorporation bei den Betroffenen (antiatom-fuku berichtete).

 

23.02.2019

Seismische Aktivität kann nicht widerlegt werden – Aus für AKW Tomari?

Nach weiteren Untersuchungen lässt sich die seismische Aktivität einer geologischen Verwerfungslinie am AKW Tomari, Hokkaido, die nahe der Reaktoren 1 bis 3 verläuft, erneut nicht ausschließen. Somit bleibt diese weiterhin ein schwerwiegender Streitpunkt zwischen der überprüfenden Atomaufsichtsbehörde NRA und den betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerken. Bereits 2015 kam die NRA, die das AKW Tomari schon seit 2013 auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zur Wiederinbetriebnahme überprüft, zu dem Ergebnis, das die besagte geologische Verwerfungslinie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit seismisch aktiv ist (antiatom-fuku berichtete).

Nun wollen die Hokkaido Elektrizitätswerke wieder erneut Gegenbeweise erbringen, die wie schon zuvor aus eigenen Daten ermittelt werden sollen. Denn eine endgültige Bestätigung der seismischen Aktivität der o.g. Verwerfung würde nämlich das sichere Aus für das einzige von den Hokkaido Elektrizitätswerken betriebene AKW Tomari und somit enorme wirtschaftliche Einbußen bedeuten, die der Konzern nicht „einfach so“ hinnehmen will.

 

22.02.2019

Hokkaido – wieder ein stärkeres Erdbeben

Auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido ereignete sich gestern Abend um 21:22 Uhr ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 5,8. Das Epizentrum lag tief unterhalb der südwestlich gelegenen Stadt Iburi. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Die Ausläufer des Bebens erstreckten sich bis Sapporo, wo es eine Stärke von 5,0 auf der Richter-Skala erreichte, weiter nördlich und in südlicher Richtung bis in die Präfektur Aomori, wo sich auch das Atommülllager- und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho befindet. Es folgten einige leichtere Nachbeben, die bis in die Morgenstunden andauerten.  

Von den Hokkaido Elektrizitätswerken, die das seit 2012 im Langzeitstillstand befindliche AKW Tomari betreiben, wurde kein Störfall gemeldet. Das AKW liegt nur 100 km westlich vom Epizentrum entfernt.

Bereits im September 2018 ereignete sich ein größeres Erdbeben der Stärke 6,0 mit zahlreichen Nachbeben an selber Stelle. Hier kam es am AKW Tomari zum Komplettausfall der Stromversorgung (antiatom-fuku berichtete).  

 

20.02.2019

Tepco und Staat auf weitere Schadenersatzzahlungen verklagt

In einem Urteil, dass heute am Landgericht Yokohama, Präfektur Kanagawa gefällt worden ist, müssen der Staat und der Betreiber Tepco, der das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, insgesamt etwa 33,4 Mio. Euro an 152 Betroffene zahlen, die durch die Reaktorkatastrophe von März 2011 ihre Heimat verloren hatten.

Begründet wurde das Urteil u.a. auch damit, dass Daten, die bereits im September 2009 erhoben worden sind, einen größeren Tsunami in der Nordostregion, der auch eine radiologische Notfallsituation nach sich ziehen könnte, prognostiziert haben. Somit trägt der Staat eine Mitschuld.   

Geklagt hatte eine Gruppe von Anwälten, die in diesem Prozess 175 Betroffene vertreten haben. Diese waren nach Eintritt der Reaktorkatastrophe aus ihrer verstrahlten Heimat geflüchtet und leben nun in der Präfektur Kanagawa. Die geforderte Schadensersatzsumme betrug etwa 42,9 Mio. Euro.

Dies ist landesweit nun der 5. Fall, bei dem Tepco und der Staat auf eine solch hohe Schadensersatzsumme verklagt worden sind. „Ein riesiger Erfolg und ein großer Schritt in Richtung Gerechtigkeit“, so ein Sprecher der Anwälte in einem anschließenden Interview.   

 

17.02.2019

Altreaktor Tokai 2 – lokale Bürger weiterhin skeptisch

In Bürgerversammlungen, die zurzeit in verschiedenen Ortschaften im 30 km-Umkreis zum AKW Tokai 2 durchgeführt werden, fand heute in Mito eine solche Veranstaltung statt. Dort konnten die Bürger, nach dem die „Notwendigkeit“ und das „Sicherheitskonzept“ des AKWs Tokai 2 erklärt worden ist, ihre Fragen stellen. Darin zeigt sich, dass die Sicherheit und Notwendigkeit des AKWs Tokai 2, sowie ein gut funktionierender Katastropheneinsatzplan im Falle einer radiologischen Notfallsituation, in der lokalen Bevölkerung weiterhin mit großer Skepsis betrachtet wird.

An den bereits durchgeführten Bürgerversammlungen, inklusive heute, haben bisher 753 Leute teilgenommen. Weitere Veranstaltungen sind noch geplant.

Ziel dieser Veranstaltungen ist es jedoch, den Bürger zu „überzeugen“ und somit eine bessere Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung für die Wiederinbetriebnahme des AKWs Tokai 2 zu gewinnen. Denn in einer Präfektur mit „gut informierten“ Bürgern, die das AKW befürworten, fällt es nämlich auch der Präfekturverwaltung erheblich leichter die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme zu erteilen, so das Kalkül des Betreibers JAPC.

Bei Tokai 2, einem SWR aus dem Jahr 1978, handelt es sich um einen Altreaktor, der nach 40jähriger Laufzeit, unter der Voraussetzung einer Nachrüstung eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat.

 

14.02.2019

AKW Fukushima - weitere Bilder aus dem Inneren von Reaktor 2

Heute wurde vom Betreiber Tepco ein weiteres Video veröffentlicht, das Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 des havarierten AKWs Fukushima Daiichi zeigt. Zu sehen ist ein Teil des geschmolzenen Brennmaterials, das sich am Boden des Sicherheitsbehälters, bräunlich in Form von Klumpen und Sediment darstellt. Im Video greift der ferngesteuerte Roboterarm eine Probe des Materials, um Informationen über die Konsistenz zu liefern. Zu sehen ist außerdem Wasser, dass zwecks Kühlung der der Kernschmelze laufend eingespeist wird.

Der Großteil des Kernbrennstoffes befindet sich noch im Reaktordruckbehälters.   

 

13.02.2019

AKW Fukushima Daiichi, Reaktor 2: Beginn der Robotermission

Für eine erneute Robotermission am havarierten AKW Fukushima Daiichi, die in den vergangenen Tagen vorbereitet worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde bereits heute der ferngesteuerte Robotergreifarm über eine Röhre in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 eingebracht. In dieser Mission soll das Sediment, bzw. das geschmolzene Brennmaterial, das sich auf dem Boden des Reaktorsicherheitsbehälters befindet, untersucht werden, inwieweit es „ausgehärtet“ ist, so dass Proben entnommen werden können. Dieses soll dann Mitte des Jahres erfolgen, so die Planung des Betreibers Tepco. Der Greifarm ist in der Lage ein Gewicht von 2 kg zu heben.

Der größte Teil der Kernschmelze befindet sich noch am Grund des Reaktordruckbehälters. Ein Teil davon ist durchgeschmolzen und befindet sich auf dem Boden des Sicherheitsbehälters.

Die erhobenen Daten werden für die Planung der Bergung der Kernschmelze benötigt. Die Mission dauert noch bis morgen an. 

Siehe dazu auch das Video der ANNnews (japanisch), Bilder des Greifarms im Inneren des Reaktorsicherheitsbehälters ab 0:35).

 

10.02.2019

AKW Fukushima, Reaktor 2, erneute Erkundungsmission am Donnerstag geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi laufen zurzeit die Vorbereitungen für eine erneute Erkundungsmission im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2, die am kommenden Donnerstag, den 14.02.2019 mittels eines ferngesteuerten Roboters durchgeführt werden soll. Dabei sollen auch Proben des Sedimentes, bzw. Fragmente der geschmolzenen Brennelemente, die sich unterhalb des Druckbehälters am Boden des Sicherheitsbehälters befinden entnommen werden. Erste Einblicke wurden bereits im Januar 2018 getätigt (antiatom-fuku berichtete). Anhand der Proben will der Betreiber Tepco herausfinden, inwieweit die Kernschmelze „ausgehärtet“ und somit zwecks Bergung transportiert werden kann. Die Kernschmelze soll dann zum Ende des Jahres mittels ferngesteuerter Roboter geborgen werden.   

 

07.02.2019

AKW Fukushima, Strahlung am Reaktor 2 um das sechsfache gesunken

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurden in dieser Woche Strahlenmessungen im Obergeschoss von Reaktorgebäude 2 getätigt. Diese ergaben, dass die Strahlung im Vergleich zum 2012 um das sechsfache abgesunken ist. Gemessen wurde in 1,5 Meter oberhalb des Reaktordeckels, wo die Strahlung aktuell zwischen 79 bis 148 mSv/h liegt. 2012 lag der Wert noch bei 880 mSv/a.

Diese Radioaktivitätsmessungen wurden im Rahmen der Vorbereitung für die Entnahme der Brennelemente durchgeführt, um die Maßnahme, bei der auch Arbeiter direkt vor Ort tätig werden müssen, besser planen zu können. Zuerst soll das Dach abgebaut werden, um an das Abklingbecken zu kommen. Denn das Reaktorgebäude als solches ist äußerlich nämlich noch weitgehend unbeschädigt.

Der Rückbau des hochradioaktiv kontaminierten 120 Meter hohen Schornsteins von Reaktor 1 und 2 soll ab Mai beginnen.  

 

02.02.2019

Fukushima: seit über 2 Jahren radioaktives Wasser unbemerkt entwichen

Seit über 2 Jahren ist, wie der Betreiber Tepco Mitte dieser Woche bekannt gab, am Reaktorblock 4, des havarierten AKWs Fukushima Daiichi unbemerkt hochradioaktives, vor allem tritiumhaltiges Wasser nach und nach aus einem großen Kondenswasserbehälter entwichen. Festgestellt wurde ein kontinuierliches Sinken des Wasserstandes im besagten Kondenswasserbehälter, dessen Wasser eine Strahlung von 120.000 Bq/l aufweist. Das Wasser ist aus dem Tank selber und aus einer zum Turbinenhaus führenden Rohrleitung gesickert und hat sich im Kellergeschoss des Turbinenhauses angesammelt. Hierbei handelt es sich um eine Menge von etwa 300 m³, die sich seit November 2016 dort angesammelt hat.

Laut dem Betreiber Tepco sei das entwichene hochradioaktive Wasser im Gebäude verblieben und nicht in die Umwelt gelangt. Das Ventil eines Rohres am Kondenswasserbehälter ist aufgrund von Korrosionen undicht geworden. „Nach weiteren Undichtigkeiten werden noch gesucht“, so Tepco.    

 

30.01.2019

Tokai: Zwischenfall am Kernforschungszentrum – 9 Arbeiter betroffen

In einem Labor der Wiederaufbereitungsanlage des Japanischen Forschungszentrums für Nukleartechnologie und Entwicklung (JAEA) in Tokai, Präfektur Ibaraki, ereignete sich heute Nachmittag um 14:24 Uhr ein Zwischenfall mit Austritt von Radioaktivität. 9 Arbeiter waren zum fraglichen Zeitpunkt mit einem hochradioaktiven Pulvergemisch, bestehend aus Plutonium und Uran, das sich seit 2001 in einer Plastiktüte in einem Stahlbehälter befindet, beschäftigt. Diese Proben, wie auch der besagte Behälter, dienen lediglich zu Forschungszwecken.

Die Strahlenmesssonden haben sofort alarmiert. Es sei jedoch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt, so die JAEA. Ob die 9 anwesenden Arbeiter im Alter von 19 bis 50 Jahren radioaktive Partikel inkorporiert, bzw. auf die Haut bekommen haben, wird derzeit noch untersucht. Die Arbeiter trugen zwar Schutzkleidung und Maske, dennoch kann eine Kontamination nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Im Juni 2017 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall im JAEA-Kernforschungszentrum Ōarai, ebenfalls Präfektur Ibaraki, bei dem 5 Arbeiter, im Alter von 20 bis 50 mit radioaktivem Pulver in Kontakt gekommen sind (antiatom-fuku berichtete).

 

29.01.2019

Fukushima: Internationaler Ausschuss weiterhin unzufrieden mit Tepco

Der Überwachungssauschuss für Reformierung der Atomkraft, bestehend auch aus internationalen Experten, traf sich heute zum 3. Male mit dem Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat. Zweck der Konferenz ist es, die Sicherheit im Umgang mit der Atomkraft zu verbessen und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Allerdings zeigen sich die internationalen Experten weiterhin eher unzufrieden bezüglich der Compliance und Informationsweitergabe seitens des Stromkonzerns Tepco. So kritisierte der ehemalige Ausschussvorsitzende der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde NRC, D. Klein die weiterhin spärliche Auskunftsfreudigkeit und die Falschinformationen seitens Tepcos. „Wenn sich das nicht bessert, sind auch keine vertrauenswürdigen Reformen in puncto Sicherheit im Umgang mit Kernenergie möglich“, so Klein. So hat Tepco, was der Ausschuss ebenfalls sehr stark kritisiert, hochtrabende Versprechen von Oktober 2018, die den Rückbau am havarierten AKW Fukushima Daiichi betreffen, bisher nicht umgesetzt. So wurde bis heute immer noch keine Aussage getätigt, wie mit dem hochradioaktiv, vor allem mit Tritium belastetem Wasser, das in großen Tanks auf dem Gelände lagert, umgegangen werden soll. Gegen eine von Tepco geplante Verklappung ins Meer hatten sich Umweltverbände, Fischereigenossenschaften und Bürger bisher erfolgreich gewehrt (antiatom-fuku berichtete).  

Ein Kabelbrand, der sich im vergangenen November am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata ereignete, wurde den Behörden deutlich verspätet gemeldet, was das Vertrauen in Tepco ebenfalls nicht gerade verstärkt. Somit findet das AKW Kashiwazaki Kariwa, das sich noch in der Sicherheitsüberprüfung befindet, auch weiterhin nur sehr wenig Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung und einigen Lokalpolitikern, zumal viele Dinge am AKW Fukushima Daiichi weiterhin ungeklärt sind.    

 

22.01.2019

AKW Fukushima: Arbeiter zusammengebrochen, hinterher verstorben

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ereignete sich bereits gestern Nachmittag gegen 15:30 Uhr ein Zwischenfall, bei dem ein Arbeiter (40) eines Subunternehmers plötzlich bewusstlos zusammengebrochen ist. Er war zum fraglichen Zeitpunkt am Werkstor des AKWs mit Radioaktivitätsmessungen an Fahrzeugen, die das Gelände verlassen beschäftigt, als sich der Kollaps ereignete. Der sofort verständigte Rettungswagen brachte ihm ins Krankenhaus, wo er nach anderthalb Stunden verstarb. Die Todesursache ist bisher noch unklar. Laut dem Betreiber Tepco habe er an einer chronischen Erkrankung gelitten, worüber man jedoch nichts genaueres weiß.

 

20.01.2019

AKW Onagawa: NRA stellt Freigabe für Reaktor 2 in Aussicht

Die Atomaufsichtsbehörde NRA sichert den betreibenden Tohoku Elektrizitätswerken die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, die nach erfolgreich abgeschlossener Sicherheitsüberprüfung erteilt wird zu. Diese könnte schon in Kürze erfolgen. Die Präfekturverwaltung hingegen, die die Wiederinbetriebnahme des Reaktors letztendlich genehmigen muss, zeigt sich bezüglich „ausreichender Sicherheit“ jedoch eher skeptisch, so dass eine Erteilung der Genehmigung auch noch nicht sicher ist. Die Tohoku Elektrizitätswerke drängen jedoch und versuchen die Präfekturverwaltung über die angebliche Notwendigkeit des AKWs zu „überzeugen“.

Der Reaktor 2, ein SWR aus dem Jahr 1995, wurde, als sich das große Tohoku-Erdbeben mit Tsunami im März 2011 ereignete notfallmäßig heruntergefahren und steht seitdem still. Die Notstromversorgung, die zwar ordnungsgemäß ansprang, fiel kurz darauf wieder aus. Es kam zu Freisetzung von Radioaktivität und im Turbinenhaus brach ein Feuer aus. Nach dem Erdbeben wies das Reaktorgebäude zahllose Risse auf, so dass ständig Regenwasser eingedrungen ist.

Laut den Tohoku Elektrizitätswerken sein diese Mängel bereits behoben, der Reaktor nachgerüstet worden, so dass ein sicherer Betrieb gewährleistet sei.   

  

16.01.2019

AKW Fukushima: Metallplatte aus 72 Meter Höhe gefallen

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ist vom Stahlgerüst des 120 Meter hohen Schornsteins von Reaktor 3 und 4 eine Metallplatte aus 72 Metern Höhe heruntergefallen. Verletzt wurde niemand. Dies geschah bereits am 09.01.2019.

Die 22 kg schwere Platte, die eine Größe von 180 X 22 cm aufweist und 6 mm dick ist, hatte sich aufgrund von Korrosionen gelöst. Insgesamt verfügen die Schornsteine über jeweils 72 solcher Metallplatten, die als Trittstufe dienen.

Die Schornsteine weisen an vielen Stellen, vor allem an den Schweißnähten Korrosionen auf, die laut Tepco durch die salzige Seeluft verursacht werden. Auch nach fast 8 sind die Schornsteine immer noch sehr stark radioaktiv kontaminiert, so dass Sichtinspektionen nur über ferngesteuerte Kameras möglich sind. Der ebenfalls 120 Meter hohe Schornstein von Reaktor 1 und 2 soll ab März rückgebaut werden.  

 

12.01.2019

AKW Genkai: Reaktor 2 wird stillgelegt

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, soll der Reaktor 2 am AKW Genkai, Präfektur Saga bald stillgelegt werden. Der Reaktor 2, ein DWR aus dem Jahr 1980, ging kurz vor der Reaktorkatastrophe von 2011 in Revision und steht seitdem still. Außerdem erreicht er im kommenden Jahr die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren. Somit müsste er aufwändig nachgerüstet und bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung beantragt werden.

Bisher wurde jedoch, im Gegensatz zum Reaktor 1, der 1975 in Betrieb ging und 2015 schon stillgelegt worden ist, weder eine Genehmigung zur Stilllegung, noch der Antrag auf Lauzeitverlängerung gestellt. Denn beides gestaltet sich nämlich sehr aufwändig für den Betreiber.

Nun soll die endgültige Stilllegung des Reaktors 2, da eine Nachrüstung gemäß den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zu aufwändig, teuer und somit zu unwirtschaftlich wäre, beantragt werden, so die Kyushu Elektrizitätswerke.  

Die Reaktoren 3 und 4 hingegen, sind mittlerweile wieder am Netz.

 

Präfektur Fukui – besonders hohe Verantwortung für Altreaktoren

Die Verwaltung der Präfektur Fukui muss sich in diesem Jahr vor allem mit zwei Problemen auseinandersetzen. Einerseits wäre da die Frage, ob es zu verantworten sei, den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken eine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des stark umstrittenen Reaktors 1 am AKW Takahama, Präfektur Fukui zu erteilen, und wie die Entnahme der Brennelemente aus den 2016 stillgelegten Schnellen Brüter Monju, ebenfalls Präfektur Fukui erfolgen soll. Ein Teil der Brennelemente wurde nämlich beim Natriumunfall 1995 stark beschädigt, so dass noch keine konkrete Vorstellung besteht, wie diese einigermaßen gefahrlos geborgen werden sollen.

Der Reaktor 1 am AKW Takahama, der nach 40jähriger Betriebsdauer von der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat, soll nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke, die noch auf die Genehmigung der lokalen Behörden und der Präfekturverwaltung wartet, Ende dieses Jahres wieder hochgefahren werden. Der Reaktor 1, ein DWR aus dem Jahr 1974, wurde zwar gemäß den gesetzlichen Anforderungen nachgerüstet, ist dadurch aber nicht „verjüngt“ worden (z.B. Stahl des Reaktordruckbehälters), und wird somit, wie alle anderen Altreaktoren auch, im Laufe der Jahre immer störanfälliger! Die Wiederinbetriebnahme des Altreaktors 2 am AKW Takahama, der ebenfalls eine 20jährige Laufzeitverlängerung erhalten hat, ist für März 2020 vorgesehen.

Für den in die Jahre gekommenen Reaktor 3 am AKW Mihama, das ebenfalls von den Kansai Elektrizitätswerken betrieben wird, wird die Wiederinbetriebnahme ab Januar 2020 angestrebt. Auch hier wurde eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erteilt.

Alle drei Reaktoren, die seit der Reaktorkatastrophe von 2011 stillstehen, kämen im Falle einer Wiederinbetriebnahme auf eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren.

Die Fukui-Bucht weist mit 15 Reaktoren auf einer Fläche von wenigen Kilometern die höchste Reaktordichte in Japan auf. Diese Konstellation würde sich im Falle einer nuklearen Katastrophensituation noch fataler auswirken, weshalb die Wiederinbetriebnahme, besonders heftig umstritten ist und die Präfekturverwaltung bezüglich der Altreaktoren einer besonders hohen Verantwortung gegenübersteht.    

09.01.2019

AKW Fukushima, Reaktorblock 3: ab März Entnahme der Brennelemente

Ab Ende März sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi die Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 geborgen werden. Ursprünglich sollten die Arbeiten schon im vergangenen November beginnen, was jedoch aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete). Wegen der hohen Strahlung erfolgt die Entnahme der Brennelemente komplett ferngesteuert, weshalb die Arbeiten voraussichtlich bis März 2021 andauern werden.

Im Rahmen der Vorbereitung wurde das Reaktorgebäude, das 2011 durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt worden ist, mit einem Schutzdach versehen. Darunter wurde ein ferngesteuerter Entnahmekran installiert. Das Abklingbecken mit den 566 Brennelementen, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente, befindet sich im Obergeschoss des Gebäudes. Die entnommenen Brennelemente sollen dann in das zentrale Abklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert werden.  

 

07.01.2019

Vulkanaktivitäten und AKW: Aira Kaldera soll besser überwacht werden

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will in nächster Zukunft auf der südlichen Hauptinsel Kyushu die Bucht von Kagoshima, wo sich die 23 X 17 km große Aira Kaldera, ein sehr aktives Vulkangebiet befindet, seismologisch besser überwachen. Dazu soll ein seismographisches Messgerät am Meeresboden installiert werden.

Ein Vulkanausbruch in der Region könnte laut Prognosen der Seismologen nämlich nicht nur für Kyushu verheerende Auswirkungen haben, zumal sich das AKW Sendai, das mit beiden Reaktoren am Netz ist, in nur 45 km Entfernung befindet. Auch die ebenfalls laufenden AKWs Genkai und Ikata befinden sich im 80, bzw. 130 km Entfernung. Der immer wieder aktive Vulkan Sakurajima befindet sich ebenfalls in der Bucht von Kagoshima.

Die möglichen Gefahren im Falle eines massiven Vulkanausbruches in der Aira Kaldera-Region war im Dezember 2017 Anlass genug, um die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime gerichtlich zu untersagen (OLG Hiroshima). Allerdings wurde das Urteil im September 2018 wieder aufgehoben, so dass der Reaktor, der u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen beladen ist, wieder hochgefahren werden durfte (antiatom-fuku berichtete).

 

03.01.2019

Kumamoto: Stärkeres Erdbeben 6,0

Heute am frühen Abend um 18:10 Uhr ereignete sich in der Präfektur Kumamoto, Kyushu Südjapan ein Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 5,1.  

Das Epizentrum lag 10 km unterhalb der Stadt Nagomi, Präfektur Kumamoto. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Zudem wurden keine verletzten Personen gemeldet, lediglich ein paar Sachschäden.

Das Beben erstreckte sich komplett über Kyushu bis an die Grenze zur Haupinsel Honshu und Shikoku. Von den jeweiligen Betreibern der drei AKWs Genkai, Sendai und Ikata, die mit insgesamt 5 Reaktoren im Vollbetrieb laufen, wurde bisher kein Störfall gemeldet. Das AKW Genkai liegt 80 km und die beiden AKWs Sendai und Ikata jeweils 140 km vom Epizentrum entfernt.   

 

02.01.2019

Minamisoma – wieder einmal radioaktives Erdreich für Straßenbau

Für den Ausbau der Jaban-Autobahn im Abschnitt Minamisoma, soll nach Plänen des Umweltministeriums radioaktives Erdreich, das bei der Flächendekontamination verstrahlter Ortschaften angefallen ist, verwendet werden. Die Joban-Autobahn führt, aus südlicher Richtung kommend, am havarierten AKW Fukushima Daiichi vorbei in Richtung der Großstadt Sendai (Nord). Der Bezirk Minamisoma, wo das radioaktive Erdreich verwendet werden soll, liegt nur wenige Kilometer nördlich der Reaktorruine. Ähnliche Projekte wurden bereits in Nihonmatsu und anderorts, trotz der Bürgerproteste durchgeführt.

Der Bürgermeister einer Ortschaft in Minamisoma, der nicht ohne Grund erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben hegt, will zunächst erst mal eine Bürgerversammlung einberufen, die vom Umweltministerium jedoch strikt abgelehnt worden ist. Laut dem Umweltministerium sei die Strahlenbelastung des Erdreiches, das verwendet werden soll, sehr niedrig, so dass dieses gesundheitlich unbedenklich sei.

 

 

Zu den Nachrichten aus dem Jahr 2018