Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

14.02.2019

AKW Fukushima - weitere Bilder aus dem Inneren von Reaktor 2

Heute wurde vom Betreiber Tepco ein weiteres Video veröffentlicht, das Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 des havarierten AKWs Fukushima Daiichi zeigt. Zu sehen ist ein Teil des geschmolzenen Brennmaterials, das sich am Boden des Sicherheitsbehälters, bräunlich in Form von Klumpen und Sediment darstellt. Im Video greift der ferngesteuerte Roboterarm eine Probe des Materials, um Informationen über die Konsistenz zu liefern. Zu sehen ist außerdem Wasser, dass zwecks Kühlung der der Kernschmelze laufend eingespeist wird.

Der Großteil des Kernbrennstoffes befindet sich noch im Reaktordruckbehälters.   

 

13.02.2019

AKW Fukushima Daiichi, Reaktor 2: Beginn der Robotermission

Für eine erneute Robotermission am havarierten AKW Fukushima Daiichi, die in den vergangenen Tagen vorbereitet worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde bereits heute der ferngesteuerte Robotergreifarm über eine Röhre in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 eingebracht. In dieser Mission soll das Sediment, bzw. das geschmolzene Brennmaterial, das sich auf dem Boden des Reaktorsicherheitsbehälters befindet, untersucht werden, inwieweit es „ausgehärtet“ ist, so dass Proben entnommen werden können. Dieses soll dann Mitte des Jahres erfolgen, so die Planung des Betreibers Tepco. Der Greifarm ist in der Lage ein Gewicht von 2 kg zu heben.

Der größte Teil der Kernschmelze befindet sich noch am Grund des Reaktordruckbehälters. Ein Teil davon ist durchgeschmolzen und befindet sich auf dem Boden des Sicherheitsbehälters.

Die erhobenen Daten werden für die Planung der Bergung der Kernschmelze benötigt. Die Mission dauert noch bis morgen an. 

Siehe dazu auch das Video der ANNnews (japanisch), Bilder des Greifarms im Inneren des Reaktorsicherheitsbehälters ab 0:35).

 

10.02.2019

AKW Fukushima, Reaktor 2, erneute Erkundungsmission am Donnerstag geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi laufen zurzeit die Vorbereitungen für eine erneute Erkundungsmission im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2, die am kommenden Donnerstag, den 14.02.2019 mittels eines ferngesteuerten Roboters durchgeführt werden soll. Dabei sollen auch Proben des Sedimentes, bzw. Fragmente der geschmolzenen Brennelemente, die sich unterhalb des Druckbehälters am Boden des Sicherheitsbehälters befinden entnommen werden. Erste Einblicke wurden bereits im Januar 2018 getätigt (antiatom-fuku berichtete). Anhand der Proben will der Betreiber Tepco herausfinden, inwieweit die Kernschmelze „ausgehärtet“ und somit zwecks Bergung transportiert werden kann. Die Kernschmelze soll dann zum Ende des Jahres mittels ferngesteuerter Roboter geborgen werden.   

 

07.02.2019

AKW Fukushima, Strahlung am Reaktor 2 um das sechsfache gesunken

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurden in dieser Woche Strahlenmessungen im Obergeschoss von Reaktorgebäude 2 getätigt. Diese ergaben, dass die Strahlung im Vergleich zum 2012 um das sechsfache abgesunken ist. Gemessen wurde in 1,5 Meter oberhalb des Reaktordeckels, wo die Strahlung aktuell zwischen 79 bis 148 mSv/h liegt. 2012 lag der Wert noch bei 880 mSv/a.

Diese Radioaktivitätsmessungen wurden im Rahmen der Vorbereitung für die Entnahme der Brennelemente durchgeführt, um die Maßnahme, bei der auch Arbeiter direkt vor Ort tätig werden müssen, besser planen zu können. Zuerst soll das Dach abgebaut werden, um an das Abklingbecken zu kommen. Denn das Reaktorgebäude als solches ist äußerlich nämlich noch weitgehend unbeschädigt.

Der Rückbau des hochradioaktiv kontaminierten 120 Meter hohen Schornsteins von Reaktor 1 und 2 soll ab Mai beginnen.  

 

02.02.2019

Fukushima: seit über 2 Jahren radioaktives Wasser unbemerkt entwichen

Seit über 2 Jahren ist, wie der Betreiber Tepco Mitte dieser Woche bekannt gab, am Reaktorblock 4, des havarierten AKWs Fukushima Daiichi unbemerkt hochradioaktives, vor allem tritiumhaltiges Wasser nach und nach aus einem großen Kondenswasserbehälter entwichen. Festgestellt wurde ein kontinuierliches Sinken des Wasserstandes im besagten Kondenswasserbehälter, dessen Wasser eine Strahlung von 120.000 Bq/l aufweist. Das Wasser ist aus dem Tank selber und aus einer zum Turbinenhaus führenden Rohrleitung gesickert und hat sich im Kellergeschoss des Turbinenhauses angesammelt. Hierbei handelt es sich um eine Menge von etwa 300 m³, die sich seit November 2016 dort angesammelt hat.

Laut dem Betreiber Tepco sei das entwichene hochradioaktive Wasser im Gebäude verblieben und nicht in die Umwelt gelangt. Das Ventil eines Rohres am Kondenswasserbehälter ist aufgrund von Korrosionen undicht geworden. „Nach weiteren Undichtigkeiten werden noch gesucht“, so Tepco.    

 

30.01.2019

Tokai: Zwischenfall am Kernforschungszentrum – 9 Arbeiter betroffen

In einem Labor der Wiederaufbereitungsanlage des Japanischen Forschungszentrums für Nukleartechnologie und Entwicklung (JAEA) in Tokai, Präfektur Ibaraki, ereignete sich heute Nachmittag um 14:24 Uhr ein Zwischenfall mit Austritt von Radioaktivität. 9 Arbeiter waren zum fraglichen Zeitpunkt mit einem hochradioaktiven Pulvergemisch, bestehend aus Plutonium und Uran, das sich seit 2001 in einer Plastiktüte in einem Stahlbehälter befindet, beschäftigt. Diese Proben, wie auch der besagte Behälter, dienen lediglich zu Forschungszwecken.

Die Strahlenmesssonden haben sofort alarmiert. Es sei jedoch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt, so die JAEA. Ob die 9 anwesenden Arbeiter im Alter von 19 bis 50 Jahren radioaktive Partikel inkorporiert, bzw. auf die Haut bekommen haben, wird derzeit noch untersucht. Die Arbeiter trugen zwar Schutzkleidung und Maske, dennoch kann eine Kontamination nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Im Juni 2017 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall im JAEA-Kernforschungszentrum Ōarai, ebenfalls Präfektur Ibaraki, bei dem 5 Arbeiter, im Alter von 20 bis 50 mit radioaktivem Pulver in Kontakt gekommen sind (antiatom-fuku berichtete).

 

29.01.2019

Fukushima: Internationaler Ausschuss weiterhin unzufrieden mit Tepco

Der Überwachungssauschuss für Reformierung der Atomkraft, bestehend auch aus internationalen Experten, traf sich heute zum 3. Male mit dem Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat. Zweck der Konferenz ist es, die Sicherheit im Umgang mit der Atomkraft zu verbessen und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Allerdings zeigen sich die internationalen Experten weiterhin eher unzufrieden bezüglich der Compliance und Informationsweitergabe seitens des Stromkonzerns Tepco. So kritisierte der ehemalige Ausschussvorsitzende der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde NRC, D. Klein die weiterhin spärliche Auskunftsfreudigkeit und die Falschinformationen seitens Tepcos. „Wenn sich das nicht bessert, sind auch keine vertrauenswürdigen Reformen in puncto Sicherheit im Umgang mit Kernenergie möglich“, so Klein. So hat Tepco, was der Ausschuss ebenfalls sehr stark kritisiert, hochtrabende Versprechen von Oktober 2018, die den Rückbau am havarierten AKW Fukushima Daiichi betreffen, bisher nicht umgesetzt. So wurde bis heute immer noch keine Aussage getätigt, wie mit dem hochradioaktiv, vor allem mit Tritium belastetem Wasser, das in großen Tanks auf dem Gelände lagert, umgegangen werden soll. Gegen eine von Tepco geplante Verklappung ins Meer hatten sich Umweltverbände, Fischereigenossenschaften und Bürger bisher erfolgreich gewehrt (antiatom-fuku berichtete).  

Ein Kabelbrand, der sich im vergangenen November am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata ereignete, wurde den Behörden deutlich verspätet gemeldet, was das Vertrauen in Tepco ebenfalls nicht gerade verstärkt. Somit findet das AKW Kashiwazaki Kariwa, das sich noch in der Sicherheitsüberprüfung befindet, auch weiterhin nur sehr wenig Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung und einigen Lokalpolitikern, zumal viele Dinge am AKW Fukushima Daiichi weiterhin ungeklärt sind.    

 

22.01.2019

AKW Fukushima: Arbeiter zusammengebrochen, hinterher verstorben

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ereignete sich bereits gestern Nachmittag gegen 15:30 Uhr ein Zwischenfall, bei dem ein Arbeiter (40) eines Subunternehmers plötzlich bewusstlos zusammengebrochen ist. Er war zum fraglichen Zeitpunkt am Werkstor des AKWs mit Radioaktivitätsmessungen an Fahrzeugen, die das Gelände verlassen beschäftigt, als sich der Kollaps ereignete. Der sofort verständigte Rettungswagen brachte ihm ins Krankenhaus, wo er nach anderthalb Stunden verstarb. Die Todesursache ist bisher noch unklar. Laut dem Betreiber Tepco habe er an einer chronischen Erkrankung gelitten, worüber man jedoch nichts genaueres weiß.

 

20.01.2019

AKW Onagawa: NRA stellt Freigabe für Reaktor 2 in Aussicht

Die Atomaufsichtsbehörde NRA sichert den betreibenden Tohoku Elektrizitätswerken die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, die nach erfolgreich abgeschlossener Sicherheitsüberprüfung erteilt wird zu. Diese könnte schon in Kürze erfolgen. Die Präfekturverwaltung hingegen, die die Wiederinbetriebnahme des Reaktors letztendlich genehmigen muss, zeigt sich bezüglich „ausreichender Sicherheit“ jedoch eher skeptisch, so dass eine Erteilung der Genehmigung auch noch nicht sicher ist. Die Tohoku Elektrizitätswerke drängen jedoch und versuchen die Präfekturverwaltung über die angebliche Notwendigkeit des AKWs zu „überzeugen“.

Der Reaktor 2, ein SWR aus dem Jahr 1995, wurde, als sich das große Tohoku-Erdbeben mit Tsunami im März 2011 ereignete notfallmäßig heruntergefahren und steht seitdem still. Die Notstromversorgung, die zwar ordnungsgemäß ansprang, fiel kurz darauf wieder aus. Es kam zu Freisetzung von Radioaktivität und im Turbinenhaus brach ein Feuer aus. Nach dem Erdbeben wies das Reaktorgebäude zahllose Risse auf, so dass ständig Regenwasser eingedrungen ist.

Laut den Tohoku Elektrizitätswerken sein diese Mängel bereits behoben, der Reaktor nachgerüstet worden, so dass ein sicherer Betrieb gewährleistet sei.     

 

16.01.2019

AKW Fukushima: Metallplatte aus 72 Meter Höhe gefallen

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ist vom Stahlgerüst des 120 Meter hohen Schornsteins von Reaktor 3 und 4 eine Metallplatte aus 72 Metern Höhe heruntergefallen. Verletzt wurde niemand. Dies geschah bereits am 09.01.2019.

Die 22 kg schwere Platte, die eine Größe von 180 X 22 cm aufweist und 6 mm dick ist, hatte sich aufgrund von Korrosionen gelöst. Insgesamt verfügen die Schornsteine über jeweils 72 solcher Metallplatten, die als Trittstufe dienen.

Die Schornsteine weisen an vielen Stellen, vor allem an den Schweißnähten Korrosionen auf, die laut Tepco durch die salzige Seeluft verursacht werden. Auch nach fast 8 sind die Schornsteine immer noch sehr stark radioaktiv kontaminiert, so dass Sichtinspektionen nur über ferngesteuerte Kameras möglich sind. Der ebenfalls 120 Meter hohe Schornstein von Reaktor 1 und 2 soll ab März rückgebaut werden.  

 

12.01.2019

AKW Genkai: Reaktor 2 wird stillgelegt

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, soll der Reaktor 2 am AKW Genkai, Präfektur Saga bald stillgelegt werden. Der Reaktor 2, ein DWR aus dem Jahr 1980, ging kurz vor der Reaktorkatastrophe von 2011 in Revision und steht seitdem still. Außerdem erreicht er im kommenden Jahr die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren. Somit müsste er aufwändig nachgerüstet und bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung beantragt werden.

Bisher wurde jedoch, im Gegensatz zum Reaktor 1, der 1975 in Betrieb ging und 2015 schon stillgelegt worden ist, weder eine Genehmigung zur Stilllegung, noch der Antrag auf Lauzeitverlängerung gestellt. Denn beides gestaltet sich nämlich sehr aufwändig für den Betreiber.

Nun soll die endgültige Stilllegung des Reaktors 2, da eine Nachrüstung gemäß den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zu aufwändig, teuer und somit zu unwirtschaftlich wäre, beantragt werden, so die Kyushu Elektrizitätswerke.  

Die Reaktoren 3 und 4 hingegen, sind mittlerweile wieder am Netz.

 

Präfektur Fukui – besonders hohe Verantwortung für Altreaktoren

Die Verwaltung der Präfektur Fukui muss sich in diesem Jahr vor allem mit zwei Problemen auseinandersetzen. Einerseits wäre da die Frage, ob es zu verantworten sei, den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken eine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des stark umstrittenen Reaktors 1 am AKW Takahama, Präfektur Fukui zu erteilen, und wie die Entnahme der Brennelemente aus den 2016 stillgelegten Schnellen Brüter Monju, ebenfalls Präfektur Fukui erfolgen soll. Ein Teil der Brennelemente wurde nämlich beim Natriumunfall 1995 stark beschädigt, so dass noch keine konkrete Vorstellung besteht, wie diese einigermaßen gefahrlos geborgen werden sollen.

Der Reaktor 1 am AKW Takahama, der nach 40jähriger Betriebsdauer von der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat, soll nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke, die noch auf die Genehmigung der lokalen Behörden und der Präfekturverwaltung wartet, Ende dieses Jahres wieder hochgefahren werden. Der Reaktor 1, ein DWR aus dem Jahr 1974, wurde zwar gemäß den gesetzlichen Anforderungen nachgerüstet, ist dadurch aber nicht „verjüngt“ worden (z.B. Stahl des Reaktordruckbehälters), und wird somit, wie alle anderen Altreaktoren auch, im Laufe der Jahre immer störanfälliger! Die Wiederinbetriebnahme des Altreaktors 2 am AKW Takahama, der ebenfalls eine 20jährige Laufzeitverlängerung erhalten hat, ist für März 2020 vorgesehen.

Für den in die Jahre gekommenen Reaktor 3 am AKW Mihama, das ebenfalls von den Kansai Elektrizitätswerken betrieben wird, wird die Wiederinbetriebnahme ab Januar 2020 angestrebt. Auch hier wurde eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erteilt.

Alle drei Reaktoren, die seit der Reaktorkatastrophe von 2011 stillstehen, kämen im Falle einer Wiederinbetriebnahme auf eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren.

Die Fukui-Bucht weist mit 15 Reaktoren auf einer Fläche von wenigen Kilometern die höchste Reaktordichte in Japan auf. Diese Konstellation würde sich im Falle einer nuklearen Katastrophensituation noch fataler auswirken, weshalb die Wiederinbetriebnahme, besonders heftig umstritten ist und die Präfekturverwaltung bezüglich der Altreaktoren einer besonders hohen Verantwortung gegenübersteht.    

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.