Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

17.07.2018

AKW Fukushima, Schornstein soll ab Dezember rückgebaut werden

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi soll nun, wie der Betreiber Tepco heute bekannt gab, der 120 Meter hohe Schornstein von Reaktor 1 und 2 ab Dezember rückgebaut werden. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Dezember 2019. Im Inneren weist der Schornstein, wie auch der von Reaktor 3 und 4 eine sehr hohe Radioaktivität auf, und das Haltegerüst ist durch das große Tohoku-Erdbeben von März 2011 beschädigt. Die Bruchstellen an den Haltegerüsten weisen mittlerweile, bedingt durch die feuchte salzige Seeluft deutliche Korrosionen auf, so dass der Schornstein einsturzgefährdet ist. Dazu würde ein mittelstarkes Erdbeben schon völlig ausreichen. Der Schornstein der Reaktoren 3 und 4 weist zwar dasselbe Problem auf, ist jedoch etwas „stabiler“ als der Schornstein der Reaktoren 1 und 2.

Um die hochradioaktiven Partikel bei der Demontage des Schornsteins zurückzuhalten, soll die Öffnung mit einer Abdeckung versehen werden. Um die Demontage des Schornsteins präzise durchführen zu können, sollen die Arbeitsschritte ab August an einem nachgebauten 18 Meter hohem Schornsteinmodel geübt werden. Der Rückbau soll dann scheibchenweise erfolgen.   

In den ersten Tagen der Reaktorkatastrophe 2011 wurden zwecks Druckentlastung der überhitzen Reaktoren, radioaktiver Dampf über die beiden Schornsteine abgelassen, so dass sich im Inneren der Schornsteine reichlich hochradioaktive Partikel abgelagert haben.  

 

12.07.2018

Tritiumwasser am AKW Fukushima: öffentliche Befragung geplant

Bezüglich des Tritiums (überschweres Wasser), das am AKW Fukushima Daiichi in großen Tanks auf dem Gelände lagert, will das Wirtschaftsministerium Ende August in Tokyo und in der Präfektur eine öffentliche Diskussionsrunde mit Befragung der Bevölkerung veranstalten. Ursprünglich war der Termin schon diesen Monat geplant gewesen (antiatom-fuku berichtete).

Auf dem AKW-Gelände lagern mittlerweile 890.000 t hochradioaktiv verstrahltes Wasser mit einer sehr hohen Tritiumkonzentration. Eine Menge, die von Jahr zu Jahr immer mehr wird. Während einige andere radioaktive Stoffe mittels der vorhandenen „Reinigungsanlagen“ aus dem gebrauchten hochradioaktiven Kühlwasser herausgefiltert werden können, bleibt das Tritium darin zurück.

Der Betreiber Tepco, die Regierung und die Atomaufsichtsbehörde NRA erwägen weiterhin eine Verklappung ins Meer. Angeblich würde sich das Tritium im Meer ausreichend verdünnen, so dass es nicht mehr gefährlich sei. Alle gegenteiligen Meinungen wären angeblich nur Gerüchte und Panikmache der Fischer, so die Verantwortlichen. Deshalb soll nun, so das Wirtschaftsministerium die „Möglichkeit“ der Verklappung ins Meer, die in der Bevölkerung jedoch nur sehr schwer vermittelbar ist, in einer öffentlichen Anhörung diskutiert werden.

Umweltexperten und die Fischereigenossenschaft, die eine Verklappung strikt ablehnen, vermuten hinter diesen Plänen eher eine „kostengünstige und schnelle Lösung“ für das Tritiumproblem, in dem es einfach ins Meer verklappt wird.

 

09.07.2018

AKW Fukushima, Reaktor 2 – punktuell hohe Strahlenwerte von 6,3 Sv/h

Am AKW Fukushima Daiichi wurden heute im Rahmen der Robotermission (antiatom-fuku berichtete Anfang Juli) im Reaktorgebäude 2 weitere Strahlenmessungen am Boden und den Wänden des Obergeschosses getätigt. In der Nähe eines Abwasserüberlaufs wurde sogar ein Wert von 6,3 Sv/h, einer tödlichen Dosis gemessen. Hier wurden reichlich radioaktive Partikel, vorwiegend Beta- und Gammastrahler, u.a. durch eingedrungenes Regenwasser in Richtung Überlauf gespült, wodurch sich der punktuell stark erhöhte Strahlenwert erklären lässt. An zwei weiteren Überläufen wurden Werte zwischen 175 und 285 mSv/h gemessen.

Diese Arbeiten dienen zur Vorbereitung der Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken des Reaktors 2.   

 

06.07.2018

OLG Nagoya: AKW Ōi darf weiterbetrieben werden

Nach einem Gerichtsurteil, dass am 04.07.2018 am OLG Nagoya gefällt worden ist, dürfen die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui weiterbetrieben werden. Begründet wurde das Urteil mit der bereits erteilten Freigabe durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die die beiden Reaktoren am AKW Ōi für „sicher“ befunden hatte. Während die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke zufrieden sind mit dem Urteil, kritisiert die klagende Bürgerinitiative, dass die Gefahrenpunkte wie Erbeben usw. völlig ignoriert worden sind.

Nach einem früheren Gerichtsurteil von Mai 2014 wurde zunächst ein Betriebsstopp der beiden Reaktoren verhängt, der jedoch nach einem weiteren Gerichtsverfahren wieder aufgehoben worden ist (antiatom-fuku berichtete).

 

NRA-Überprüfung weiterer AKWs

Bisher wurden 15 Reaktoren an 8 AKWs durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und freigegeben, bzw. eine 20jährige Laufzeitverlängerung nach einer Nachrüstung in Aussicht gestellt. Zurzeit werden noch 11 weitere Reaktoren an 8 AKWs auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft.

Der Reaktor 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi und der Reaktor 1 am AKW Higashidori, Präfektur Aomori erhalten nach NRA-Überprüfung jedoch keine Laufzeitverlängerung. Hier wurde eine seismisch aktive geologische Verwerfungslinie nachgewiesen, die auch nicht dementiert werden kann. Dem Altreaktor Tokai 2, Präfektur Ibaraki hingegen, wurde jedoch nach entsprechender Nachrüstung eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre schon zugesichert (antiatom-fuku berichtete).

Bezüglich der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, das durch die NRA nach Beendigung der Nachrüstung zur Wiederinbetriebnahme freigegeben werden soll, erwartet der im Juni neu gewählte Präfekturgouverneur Hideyo Hanazumi oberste Priorität bei der Sicherheit. Bevor diese nicht gewährleistet ist, wird der Betreiber Tepco, der auch für das havarierte AKW Fukushima Daiichi verantwortlich ist, keine Betriebsgenehmigung durch die Präfekturverwaltung erhalten. Tepco hatte gehofft, beide Reaktoren im Herbst 2019 wieder hochfahren zu können. Dieser Termin könnte sich jedoch um 1 bis 2 Jahre verzögern, da Hanazumi nämlich umfangreichere Sicherheitsüberprüfungen anordnen will.  

 

Zwischenlager Okuma/Futaba

Im Zwischenlager für radioaktives Erdreich, Laub und Dreck in Futaba/Okuma, das direkt an das Gelände des havariertem AKWs Fukushima Daiichi grenzt, lagern bereits 1 Million m3 radioaktives Erdreich und Laub, das bei der Flächendekontamination von 22 der 50 zu dekontaminierenden Ortschaften in der Umgebung angefallen ist. Bis 2020 wird sich die eingelagerte Menge voraussichtlich auf 16 Million m³ belaufen, womit das Zwischenlager dann bis zu 80% ausgelastet wäre.   

 

02.07.2018

AKW Fukushima: Beginn der Robotermission, 59mSv/h am Reaktor 2

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi begann der Betreiber Tepco heute mit der geplanten Robotermission im Obergeschoss des Reaktorgebäudes 2. Diese dient der Vorbereitung für die Entnahme der Brennelemente (antiatom-fuku berichtete).

Zu Beginn der Robotermission, die noch bis Ende Juli andauern soll, wurde im Bereich des Obergeschosses an 19 Stellen die Radioaktivität in der Luft gemessen. Dabei lag der Höchstwert bei 59,0mSv/h. In den kommenden Tagen sollen Bildaufnahmen aus dem Inneren, sowie weitere Radioaktivitätsmessungen am Boden und Innenwänden des Obergeschosses, wo sich auch das Abklingbecken befindet erfolgen.

Das Reaktorgebäude 2 ist zwar nach der Wasserstoffexplosion von März 2011 äußerlich unbeschädigt geblieben, weist im Inneren aber trotzdem eine sehr hohe Strahlung auf, da es nämlich auch dort zu einer Kernschmelze gekommen ist.

Die heute begonnene Mission dient der Datensammlung, um die für 2023 geplante Entnahme der 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken besser vorbereiten zu können.    

 

30.06.2018

AKW Higashidori soll weitergebaut werden

Wie der Stromkonzern Tepco gestern auf einer Pressekonferenz in Tokyo mitteilte, soll das Bauvorhaben eines weiteren Reaktors am AKW Higashidori, Präfektur Aomori fortgesetzt werden. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors mit einer Leistung von 1300 MW. Baubeginn war im Januar 2011, und im März 2017 sollte er dann ans Netz gehen. Es wurde sogar der Bau eines weiteren Reaktors derselben Art geplant, dessen Baubeginn für 2014, und die Inbetriebnahme für 2020 geplant gewesen ist.

Im Zuge der Reaktorkatastrophe von März 2011 wurde jedoch ein Baustopp verhängt. Jetzt jedoch will der Atomkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, das Bauvorhaben zu Ende bringen. Dazu sollen jetzt in Kürze die geologischen Verhältnisse auf der AKW-Baustelle untersucht werden. „Denn man habe, so der Tepco-Firmenchef Tomoyaki Kobayakawa, aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima gelernt, so dass die neue Anlage höchsten Sicherheitsstandards entsprechen soll“. „Zudem wolle man, so Kobayakawa weiter, eine sichere und kostengünstige Stromversorgung in der Region gewährleisten“. Und wieder wird als Ausrede für die AKWs, das Scheinargument mit der wenig CO2-emmitierenden „sauberen“ Kernenergie in Verbindung mit der umweltschädlichen Kohleenergie hervorgebracht. Und dann ließ Kobayakawa auch noch verlauten, „dass man aufgrund der laufenden Kosten für das AKW Fukushima Daiichi und den Entschädigungszahlungen doch ein wenig Verständnis für das Bauprojekt Higashidori als neue Einnahmequelle für Tepco haben solle“.  

 

28.06.2018

AKW Fukushima, Robotermission auf nächste Woche verschoben

Wie Tepco, der Betreiber des havarierten AKWs Fukushima Daiichi heute mitteilte, soll in der kommenden Woche, die für Reaktorgebäude 2 geplante Robotermission erfolgen. Diese sollte ursprünglich bereits Anfang dieser Woche beginnen (antiatom-fuku berichtete), musste jedoch aufgrund technischer Probleme kurzfristig verschoben werden.

Die Robotermission, bei der das obere Stockwerk des Reaktorgebäudes erkundet werden soll, dient den Vorbereitungen für die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken.    

 

25.06.2018

AKW Fukushima, erneute Robotermission im Reaktorgebäude 2

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde heute mit einer erneuten Robotermission begonnen, die voraussichtlich schon Morgen abgeschlossen werden kann. Hier soll nun, um die Bergung der 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 2 vorzubereiten, der Zustand im Obergeschoss des Gebäudes, wo sich das Abklingbecken befindet, mittels eines ferngesteuerten Roboters erkundet werden.

In den Wochen zuvor wurde in mühsamer Kleinarbeit ein 7 x 5 Meter großes Loch im oberen Drittel der 20 cm dicken Außenwand geschaffen (antiatom-fuku berichtete), über das dann später die Brennelemente geborgen werden sollen. Aufgrund der hohen Strahlung direkt am und im Gebäude mussten die Arbeiten ferngesteuert erfolgen.

Um den Bergungsvorgang jedoch besser planen zu können, will sich Tepco erst einmal ein genaues Bild über den Zustand des Abklingbeckens verschaffen, weitere Daten erheben und die Strahlung messen.

 

23.06.2018

AKW Takahama, Reaktor 4 - Risse in Rohrleitungen

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurden an 2 Rohrleitungen des Dampferzeugers von Reaktor 4 zwei Risse mit einer Länge von jeweils 3,4 und 3,8 mm gefunden. Der Reaktor 4, wie auch Reaktor 3 ein DWR, ist seit Mitte Mai zwecks Revision vom Netz.

Im Primärkühlkreislauf des Reaktors 4, worin hochradioaktives heißes Wasser zirkuliert, befinden sich 3 Verdampfer. Diese verfügen über jeweils 3400 kleinere Rohrleitungen, die als Wärmetauscher mit dem Sekundärkühlkreislauf im Kontakt stehen.  

Im laufenden Betrieb des Reaktors stehen diese besagten kleineren Rohrleitungen, wodurch das hochradioaktive heiße Wasser aus dem Druckbehälter, der die Brennelemente beinhaltet fließt, unter ständigen Druck und Spannung, so dass es dort zu Rissen gekommen ist. Diese Belastung hätte auf dann Dauer zu Rissen in den Rohrleitungen geführt, so die Vermutungen der Kansai Elektrizitätswerke. Korrosionen wurden bei der Wartung ebenfalls entdeckt.

Der Reaktor 4 befindet sich seit Mitte Mai in Revision, die voraussichtlich noch bis September andauern soll. Für den Reaktor 3 ist die Revision ab Juli/August geplant.

 

18.06.2018

Größeres Erdbeben in Osaka

Heute Morgen um 7:58 Uhr ereignete sich in der Osaka-Region ein größeres Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 6,1. Das Epizentrum lag in 10 km Tiefe im nördlichen Teil der Großstadt Osaka. Neben zahlreichen Verletzten kamen 3 Menschen ums Leben, wovon ein kleineres Schulkind und ein älterer Mann von einer umstürzenden Mauer, die neben dem Gehweg verlief, erschlagen worden sind. Es kam zu kompletten Stromausfällen, Hausbränden und geborstene Wasserrohren, die zum Teil die Straßen überfluteten, sowie zu weiteren zahllosen Sachschäden. Der Zugverkehr kam ebenfalls zum Erliegen. (siehe Video der ANN News. Das Video ist zwar auf Japanisch, die Bilder verdeutlichen aber trotzdem das Ausmaß des Bebens).

Die Ausläufer des Bebens erstreckten sich bis Fukuoka, Kyushu im Süden, Niigata in Nordwesten und Tokyo im Osten Japans (siehe Erdbebenkarte). In der etwa 70 km entfernten Fukui-Bucht befinden sich gleich mehrere Reaktoren, wovon zurzeit 3 am Netz sind.

Über den ganzen Tag verteilt kam es immer wieder zu Nachbeben, die zum Teil eine Stärke 3,0 bis 4,0 auf der Richter-Skala erreichten.   

 

16.06.2018

AKW Genkai, Reaktor 4 seit heute wieder in Betrieb

Nach etwa sechseinhalb Jahren Stillstand wurde heute Vormittag um 11:00 Uhr der Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga wieder angefahren. Er läuft zunächst im Testbetrieb, wird nach und nach in seiner Leistung gesteigert, so dass er ab Mittwoch kommender Woche mit der Stromproduktion beginnt. Ab Mitte Juli soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen, so die Pläne der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke.

Somit wurden schon allein auf der südlichen Hauptinsel Kyushu 4 Reaktoren an 2 AKWs wieder in Betrieb genommen. Landesweit ist Genkai 4 nun der 9. Reaktor, der nach Freigabe der Atomaufsichtsbehörde NRA wieder hochgefahren werden durfte.

Um auf Kyushu eine Überkapazität an Strom zu vermeiden, werden nun, unter dem Vorwand Kosten für fossile Rohstoffe zu senken, die Kohlekraftwerke in ihrer Leistung reduziert.

Der Reaktor 4, dessen Wiederinbetriebnahme ursprünglich für Herbst 2017 geplant gewesen ist, wurde wegen des Kobe Stahlskandals und technischer Probleme laufend verschoben. So konnte auch der Termin für März nicht eingehalten werden, da genauso wie am Reaktor 3 Korrosionen an Rohrleitungen des Sekundärkreislaufes entdeckt worden sind. Zudem waren 3 von 4 Kühlpumpen des Primärkreislaufes defekt. Und die Abklingbecken beider Reaktoren erreichen in den nächsten 3 bis 4 Jahren auch ihre maximale Kapazität. (antiatom-fuku berichtete im März/April).   

 

14.06.2018

AKW Fukushima Daini: Endgültige Stilllegung beschlossen

Auf einer Konferenz mit dem AKW-Betreiber Tepco und der Verwaltung der Präfektur Fukushima, einigten sich Tepco und der Präfekturgouverneur Masao Uchibori im gegenseitigen Einvernehmen auf eine endgültige Stilllegung aller vier Reaktoren des AKWs Fukushima Daini. Das AKW Fukushima Daini, mit vier Reaktoren, liegt nur 12 km südlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi.  

Das ist nun das aller erste Mal, dass sich der Betreiber Tepco, der nämlich auch das AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, sich mit einer Stilllegung des AKWs Fukushima Daini einverstanden zeigt. Denn die Stilllegung, die schon in der Vergangenheit mehrfach diskutiert worden ist, wurde seitens Tepco bisher immer abgelehnt. Anfänglich wollte Tepco sogar die „heile gebliebenen“ Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima Daiichi wieder in Betrieb nehmen, was jedoch seitens der Atomaufsichtsbehörde NRA und der Präfekturverwaltung direkt abgelehnt worden ist.

Seit Beginn der Reaktorkatastrophe sprechen sich die meisten Bürger und Lokalpolitiker in der Präfektur Fukushima gegen die Atomenergie aus. Die erneuerbaren Energien werden immer weiter ausgebaut, so dass die Präfektur immer unabhängiger auch von fossilen Energieträgern wird.    

Uchibori löst mit der Stilllegung des AKWs auch ein Wahlversprechen von vor 4 Jahren ein, als er zum Gouverneur der Präfektur Fukushima gewählt worden ist. Zur nächsten Gouverneurswahl im Oktober tritt er wieder an.

 

13.06.2018

AKW Fukushima Daiichi Wochenrückblick

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi werden jetzt aus dem Zusatzabklingbecken 483 Brennelemente, die keiner Nasslagerung mehr bedürfen, zum Trockenlagerplatz, der sich ebenfalls auf dem AKW-Gelände befindet, transportiert. Hierdurch soll Platz für die Brennelemente geschaffen werden, die ab dem Herbst aus dem Abklingbecken des Reaktors 3 entfernt werden sollen.

Die 1535 Brennelemente von Reaktor 4 wurden bereits 2014 in einer heiklen Aktion aus den Abklingbecken in das Zusatzabklingbecken umgelagert (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Zum Todesfall eines 50jährigen Arbeiters eines Subunternehmers, der sich am 06.06.2018 ereignete (antiatom-fuku berichtete am 07.06.2018), beteuert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin, dass die Todesursache nicht in Verbindung mit der Tätigkeit im Bereich der Lagertanks für hochradioaktives Wasser am AKW stehen würde.  

 

10.06.2018

Präfektur Niigata, AKW-Skeptiker Hanazumi gewinnt Gouverneurswahl

Die Präfektur Niigata hat heute einen neuen Gouverneur gewählt. Unter den 3 favorisierten Kandidaten, wurde Hideyo Hanazumi (60) mit 49,15% der Wählerstimmen zum neuen Gouverneur der Präfektur Niigata gewählt. Dicht gefolgt von der Kandidatin Chikako Ikeda (57), die 45,15% der Stimmen holte, und somit ebenfalls weit vor dem Schlusslicht im Favoritentrio Satoshi Annaka ((41) lag, der nur 4,1% der Stimmen erlangte.

Alle drei Kandidaten wollen im Grunde genommen keine, bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa zustimmen.

Eine mögliche Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, die ohnehin vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wird, war Hauptbrennpunkt im Wahlkampf, zumal der Betreiber derselbe ist, wie am AKW Fukushima Daichi, wo ständig neue Probleme auftreten und die Informationen seitens des Betreibers Tepco nicht immer korrekt sind.

Auch wenn der neu gewählte Präfekturgouverneur Hanazumi ein Kandidat gewesen ist, der von den beiden Regierungsparteien LDP und Komeito unterstützt wird, hat er stets im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren nur dann genehmigen wird, wenn die Probleme am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelöst worden sind. „Eine mögliche Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme sollte gut durchdacht und verantwortungsvoll entschieden werden“, so Hanazumi in seinen Reden. Zudem brauche es Zeit, so dass eine Entscheidung bezüglich der Wiederinbetriebnahme sowieso erst in ein paar Jahren erfolgen kann.

Die beiden Kandidaten Chikako Ikeda (57), die von mehreren Parteien aus der Opposition unterstützt worden ist, und der unabhängige Kandidat Satoshi Annaka (41) wollten sogar die baldige Stilllegung des AKWs erwirken.      

Der 2016 gewählte atomkritische Ex-Gouverneur Ryuichi Yoneyama, der ebenfalls von der LDP unterstützt worden ist, aber entgegen den Wünschen der gegenwärtigen Regierung die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa konsequent nicht genehmigt hatte, trat im April, als ihm ein frei erfundener Sexskandal unterstellt worden ist, zurück, so dass es heute zu vorgezogenen Neuwahlen gekommen ist.

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,25%, und stieg somit im Vergleich zu 2016 um 5,2%.

 

Qualitätsmängel – Anfrage bei den Kyushu Elektrizitätswerken

Auf Anfrage einer Bürgerinitiative, äußerten sich die Kyushu Elektrizitätswerke Ende dieser Woche zu den Störfällen der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga. Schwerpunkt der Anfrage war u.a. auch das Thema „Materialprüfung und Qualitätssicherung“ in Verbindung mit dem Kobe Stahlskandal.

Denn nach dem Kobe Stahlskandal von Ende 2017, als gefälschte Daten bezüglich der Materialprüfung ans Licht kamen, stellte sich heraus, dass in einigen Reaktoren, so auch am AKW Genkai, Stahl verarbeitet worden ist, der entgegen den Angaben in den Prüfprotokollen, nicht den gesetzlichen Qualitätsanforderungen entspricht (antiatom-fuku berichtete).

So kam es Ende März dieses Jahres, schon kurz nach Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 zum Dampfaustritt aus einer durchgerosteten Rohrleitung des Sekundärkreislaufes. Und auch am Reaktor 4, der nach Plänen der Kyushu Elektrizitätswerke am kommenden Samstag wieder angefahren werden soll, waren Anfang Mai 2 Kühlpumpen des Primärkreislaufs defekt und mussten ausgetauscht werden. Die Ursache blieb zunächst „ungeklärt“. (antiatom-fuku berichtete). Denn als Ursache für den Defekt der Pumpen, was zunächst verschwiegen worden ist, kommt nämlich sehr wohl die unzureichende Qualitätssicherung der verarbeiteten Materialien aus dem besagten Kobe Stahlwerk infrage.

Die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren wurde bereits seit dem Herbst 2017 wegen technischer Probleme und des Kobe Stahlskandals mehrfach verschoben.

Die Antworten, die die Bürgerinitiative von den Kyushu Elektrizitätswerken erhielt, waren, vor allem in Bezug auf die fehlerhaften Materialien jedoch sehr unbefriedigend und alles andere als informativ.  

 

07.06.2018

AKW Fukushima – Tod eines Arbeiters

Wieder ist ein Todesfall eines Arbeiters zu beklagen, der für einen Subunternehmer am havarierten AKW Fukushima Daiichi tätig gewesen ist. Zu den näheren Umständen, bzw. ob eventuelle Vorerkrankungen als Todesursache infrage kommen, äußert sich der AKW-Betreiber Tepco nicht.

Der 50jährige Arbeiter, der gestern Morgen seit 8:00 Uhr im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser tätig gewesen ist, klagte um ca. 10:45 Uhr über Unwohlsein und musste sich heftig übergeben. In der darauffolgenden Nacht erneut heftige Übelkeit und Kreislaufkollaps, so dass ihm die Kollegen in die nahegelegene Futaba-klinik brachten, wo er jedoch um 4:00 Uhr verstarb. Bezüglich der genaueren Todesursache wurden bisher keine genaueren Informationen bekannt gegeben.   

Der verstorbene Arbeiter ist seit März 2016 als Arbeiter eines Subunternehmers am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt gewesen.

 

06.06.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick:

Öffnung am Reaktorgebäude 2

Am havarierten AKW Fukushima Daichi wird jetzt im oberen Drittel der 20 cm dicken Außenwand des Reaktorgebäudes 2 eine Öffnung mit einer Größe von 7 x 5 Meter geschaffen. Direkt hinter dieser Wand befindet sich das Abklingbecken. Da die Arbeiten wegen der hohen Strahlung ferngesteuert erfolgen müssen, und dem entsprechend mühselig sind, wurden erst einmal zahlreiche Löcher geschaffen (antiatom-fuku berichtete). Nun wird der zu entfernende Wandabschnitt über ferngesteuerte Werkzeuge und mit Hilfe der Löcher Stück für Stück herausgetrennt. Damit umherfliegende radioaktive Partikel nicht nach außen gelangen, wird das Arbeitsfeld abgedichtet.

Nach Beendigung der Arbeiten, voraussichtlich Ende Juni, soll mit Hilfe eines Roboterarms die Strahlung im Inneren des Gebäudes gemessen werden. Später sollen dann über die geschaffene Öffnung die 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken entfernt werden.

Brand im Reaktorblock 5

Im Bereich der Klimatechnik des Reaktors 5 wurden in dieser Woche Brandspuren entdeckt. Ursache hierfür ist laut dem Betreiber Tepco ein technischer Schaden an der Elektrik gewesen. Reaktor 5 befand sich, wie auch Reaktor 4 und 6 zum Zeitpunkt der Dreifachkatastrophe März 2011 in Revision, und war somit leer. Im Abklingbecken lagern jedoch noch 1542 Brennelemente.

 

04.06.2018

AKW Kashiwazaki Kariwa: 65,1% der Bürger gegen Wiederinbetriebnahme

Laut einer Umfrage, die die Asahi Shinbum in Bezug auf die Gouverneurswahl in der Präfektur Niigata, am kommenden Sonntag, in Verbindung mit dem AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata durchführte, sprechen sich 65,1% der Befragten gegen die geplante Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren aus. 20,2% befürworten eine Wiederinbetriebnahme und der restliche Anteil der Befragten kann sich nicht festlegen.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa ist, wie auch schon im Oktober 2016 Hauptthema im Wahlkampf und somit eines der Hauptkriterien für die Entscheidung der Bürger an der Wahlurne. 2016 lehnten 60,9% der Wahlberechtigten das AKW ab.   

Die beiden Reaktoren 6 und 7, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits für „sicher“ befunden worden sind, dürfen nach einer Nachrüstung auch sehr wahrscheinlich wieder in Betrieb gehen, was voraussichtlich 2019 schon der Fall sein könnte.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa wird vom selben Atomkonzern, nämlich Tepco, wie auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi betrieben, wo noch immer viele Probleme, wie z.B. das viele Tritiumwasser auf dem Gelände und der Rückbau der Anlage insgesamt große Sorge bereiten.

 

02.06.2018

Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu Shimbun“ feiert 40. Jubiläum

Die seit 1978 bestehende japanische Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu“, die sich ausschließlich mit Themen rund um die Atomkraft und dessen Gefahren befasst, feiert ihr 40. Jubiläum. Siehe dazu den Artikel der Sumikai.

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.