2021 Fuku Info

Archiv aus dem Jahr 2021 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.   

 (Zu den aktuellen Nachrichten)

 

31.03.2021

AKW Fukushima, gelartige Masse mit erhöhter Strahlung ausgetreten

In einem Atommüllzwischenlager, das sich auf dem Gelände des havarierten AKWs Fukushima Daiichi befindet, wurde in den vergangenen Tagen eine am Boden haftenden gelartigen Masse entdeckt, die eine Strahlung von 13mS/h aufweist. Nach Vermutungen des Betreibers Tepco handelt es sich um verrottetes Material, das u.a. Harze enthält, Folien etc., das kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe verwendet und dort in Behältern zwischengelagert worden ist. Die Behälter sind allerdings undicht geworden, so dass die gelartige Masse ausgelaufen ist und sich über eine Fläche von 30 X 90cm ausgebreitet hatte. Laut Tepco sei die Masse nun entfernt und der Boden dekontaminiert worden.

 

28.03.2021

Unzureichender Terrorschutz: AKW Kashiwazaki Kariwa bleibt vom Netz

Nach dem die Atomaufsichtsbehörde NRA nun feststellen musste, dass die vom Betreiber Tepco erbrachten Nachbesserungen des Terrorschutzes am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata völlig unzureichend sind, wurde die defacto schon erteilte Freigabe zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 sofort auf Eis gelegt.

Die Reaktoren 6 und 7, beides eine „verbesserte Form“ des SWR, wurden unter den Vorbehalt, dass die gesetzlich geforderten Nachbesserungen in Sachen Terrorschutz noch erbracht werden, von der NRA defacto schon freigegeben (antiatom-fuku berichtete). Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, hatte fest mit der Abnahme der der „erbrachten“ Terrorschutzmaßnahmen gerechnet und dem entsprechend den Reaktor 7 schon für die Bestückung mit Brennelementen vorbereitet. Diese Vorbereitungen wurden nun sofort gestoppt. Und es ist jetzt auch völlig unklar, wann die beiden Reaktoren, wenn überhaupt, in Betrieb genommen werden dürfen. Zu dem müsste ja auch die Präfekturverwaltung noch ihre Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme erteilen. Dies ist jedoch eher fraglich, da die Präfekturverwaltung, solange Tepco die Probleme am AKW Fukushima Daiichi nicht in den Griff bekommt, keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa erteilen wird.

 

24.03.2021

AKW Fukushima Daiichi, sinkender Wasserstand im Reaktor 1

Kurz nach dem Erdbeben vom 13.02.2021, kam es am havariertem AKW Fukushima Daiichi zum Absinken der Wasserstände in den Reaktoren 1 und 3, so dass damals schon die Einspeisemenge des Kühlwassers für die geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 erhöht werden musste (antiatom-fuku berichtete).

Denn durch das Erdbeben von Februar sind die Undichtigkeiten der Reaktorsicherheitsbehälter größer geworden, zumal sich am 20.03.2021 ein weiteres Erdbeben ereignet hatte. So wurde nämlich am 22.03.2021 ein erneutes Absinken des Wasserstands um 1 Meter im Sicherheitsbehälter von Reaktorblock 1 festgestellt. In Folge dessen musste nun die Einspeisemenge von 3 auf 4m³/h erhöht werden, damit die Kühlung der geschmolzenen Brennelemente gewährleistet bleibt.

 

20.03.2021

Wieder stärkeres Erdbeben in der Tohoku-Region

In der Tohoku-Region, Nordostjapan bebte heute um 18:09 Uhr (japanische Ortszeit) die Erde mit einer Stärke von 5,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 7,2. Die Ausläufer erstreckten sich südlich bis nach Tokyo, bzw. bis nach Hokkaido im Norden. Eine Tsunamiwarnung, die zunächst herausgegeben worden ist, wurde nach zwei Stunden wieder zurückgenommen. Störfälle in den AKWs wurden seitens der Betreiber bisher nicht gemeldet.

Bereits Mitte Februar kann es in dieser Region schon zu einem stärkeren Erdbeben (antiatom-fuku berichtete).

 

LG Mito, AKW Tokai 2 darf nicht ans Netz

Das AKW Tokai 2, Präfektur Ibaraki, dass zurzeit nachgerüstet wird, darf nach Beendigung der Arbeiten nicht ans Netz. Dies entschied das Landgericht Mito am 18.03.2021. Neben den Gefahren durch Naturkatastrophen, sei der Katastrophenschutzplan für Tokai 2 völlig unzureichend, so die Richter in ihrem Urteil. Zudem sei die Region mit 940.000 Einwohnern im 30km-Umkreis ziemlich dicht besiedelt.

Für den Altreaktor Tokai 2 wurde 2018 von der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre zugesichert, wenn die betreibende JAPC die geforderte Nachrüstung des Reaktors erbringt (antiatom-fuku berichtete).

 

18.03.2021

OLG Hiroshima, Betriebsstopp für AKW Ikata, Reaktor 3 aufgehoben

Nach einem Urteil, dass heute am OLG Hiroshima gefällt worden ist, wurde der im Januar 2020 gerichtlich verhängte Betriebsstopp des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime wieder aufgehoben. Begründet wurde das Urteil damit, dass die aktiven Vulkane, insbesondere der Berg Aso, 130 km südlich des AKWs, die mittlere tektonische Linie, eine über 1000 km lange seismisch aktive geologische Verwerfung, die parallel der Küste verläuft, sowie weitere Naturkatastrophen keine nennenswerte Gefahr für das AKW Ikata darstellen würden. Genau diese Punkte führten jedoch im vergangenen Jahr zum Betriebsstopp, der ebenfalls durch das OLG Hiroshima verhängt worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Der Reaktor 3, der neben „normalen“ Uranbrennelementen betrieben wird, soll jedoch erst im Oktober wieder ans Netz, da jetzt erst einmal die gesetzlich festgelegten terrorschutzmaßnahmen erbracht werden sollen.

 

17.03.2021

AKW Hamaoka, Fremdstoffe an Brennelementen im Abklingbecken

Am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka, das seit 2012 nicht mehr am Netz ist, wurden im Abklingbecken von Reaktorblock 4 metallische Ablagerungen an den Brennelementen, die dort lagern, festgestellt. Die betreibenden Chūbu Elektrizitätswerke sprachen von metallischen Fremdstoffen, die sich im oberen Bereich der Brennelemente abgelagert hätten. „Dies beeinträchtige jedoch nicht die Kühlung der Brennelemente. Radioaktivität sei auch nicht ausgetreten, so die Chūbu Elektrizitätswerke“. Weiter Informationen, bzw. Infos zur Ursache der Ablagerung sind bisher noch nicht (öffentlich) bekannt.

Für das AKW Hamaoka streben die Chūbu Elektrizitätswerke die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 (beides SWR) an. Beide Reaktoren erreichen in den nächsten 10 Jahren die maximale Laufzeit von 40 Jahren. Darunter wird der Reaktor 4 u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen betrieben.

Die Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA läuft bereits seit mehreren Jahren, und ob und wann die beiden Reaktoren freigegeben werden, ist noch völlig unklar.

 

12.03.2021

AKW Genkai: laut Gericht keine Gefahr durch Erdbeben und Vulkane

In der Verhandlung, die heute am Amtsgericht Saga, Präfektur Fukui stattfand, wurde zu Gunsten der Kyushu Elektrizitätswerke entschieden, so dass das AKW Genkai, ebenfalls Präfektur Fukui weiterbetrieben werden darf. Somit wird der Reaktor 4, der sich zurzeit in der jährlichen Revision befindet, wie von den Kyushu Elektrizitätswerken geplant, am 17.03.2021 wieder hochgefahren. Der Reaktor 3, der zurzeit im regulären Leistungsbetrieb läuft, muss nun auch nicht vom Netz.

Geklagt hatten Bürgerinitiativen, die, wie auch die unabhängigen Experten eine erhöhte Gefahr durch seismisch aktive geologische Verwerfungen und nahe gelegener Vulkane für das AKW Genkai befürchten. Die Richter sahen für das AKW jedoch keine größeren Gefahren durch Erbeben und mögliche Vulkanausbrüche, so dass die Anlage weiterbetrieben werden könne.

 

Zahlreiche Demos am Fukushima Jahrestag

Neben den offiziellen Gedenkfeiern fanden gestern auch zahlreiche Anti-AKW Demos und Kundgebungen zum 10. Fukushima Jahrestag statt. So versammelten sich vor der Tepco Firmenzentrale in Tokyo 650 Leute, die gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata demonstrierten. Am Firmenhauptsitz der Japan Atomic Power Company (JAPC), der sich ebenfalls in Tokyo befindet, demonstrierten 230 Leute gegen die Wiederinbetriebnahme des laufzeitverlängerten Altreaktors Tokai 2. In der Präfektur Fukui, wo sich gleich mehrere AKWs nahe beieinander befinden, erhob man ebenfalls die Stimme gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren, zumal dort gleich drei laufzeitverlängerte Altreaktoren in Kürze wieder ans Netz gehen sollen.  

 

11.03.2021

10 Jahre nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe

Genau heute vor 10 Jahren ereignete sich die verheerende Dreifachkatastrophe in der Tohoku-Region, Nordostjapan.

14:46 Uhr, ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 9, dessen Epizentrum im Meer vor der Küste Nordostjapans lag. Schon kurz darauf kam es gleich in mehreren AKWs zum Störfall. Während in den anderen AKWs schlimmeres gerade noch abgewendet werden konnte, kam es im AKW Fukushima Daiichi zu einer dreifachen Kernschmelze. Der Tsunami, der eine halbe Stunde später eintraf, überflutete sämtliche Küstenregionen.

Das war das bisher schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans. Der Tsunami überflutete eine Fläche von 470 km². Mehr als 260 küstennahe Ortschaften wurden zerstört. Nahezu 20.000 Leute kamen durch den Tsunami ums Leben. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden evakuiert, bzw. flüchteten „freiwillig“.

Rund um das AKW Fukushima Daiichi, wo man dachte, glimpflich davon gekommen zu sein, weil die eigenen Häuser vom Tsunami verschont blieben, wurde der nukleare Notstand ausgesprochen und sämtliche Ortschaften im Umkreis evakuiert.

Hunderttausende verloren ihre Heimat durch den Tsunami oder der Strahlung. Die Regierung jedoch, begann sehr frühzeitig damit, die radioaktiv verseuchten Gebiete zu dekontaminieren (soweit es überhaupt möglich ist). Das bei der Flächendekontamination abgetragene Erdreich, etwa 22 Mio. m³, lagert nun in vielen Zwischenlagern unter freien Himmel. Und die dekontaminierten Ortschaften, wohin die Leute nun wieder zurückgedrängt werden sollen, werden durch Wind und Regen immer wieder aufs neu radioaktiv kontaminiert.

Es wurden neue Tsunamimauern, Deiche und Straßen gebaut, wo allerdings auch radioaktives Erdreich „wiederverwertet“ worden ist. Der Wiederaufbau ausgelöschter Ortschaften wurde sehr stark, vor allem in Anbetracht der Olympischen Spiele, die im Sommer 2020 stattfinden sollten, vorangetrieben. Die sogenannten „Wiederaufbauspiele“, die der Welt einen „erfolgreichen“ Wiederaufbau der zerstörten Region präsentieren sollte, und das Fukushima wieder „sicher“ ist, wurden jedoch aufgrund der Coronapandemie auf den kommenden Sommer verschoben.

Nichts sollte mehr an die abgelaufenen Atomkatastrophe erinnern. Die Joban-Bahnlinie, dessen Streckenverlauf nahe am havarierten AKW Fukushima Daiichi, also mitten durch die „revitalisierte“ Sperrzone führt, wird seit kurzen wieder komplett befahren. Die Rückkehrbereitschaft der Evakuierten hält sich jedoch trotz all dieser „Verlockungen“ sehr stark in Grenzen. Nur etwa 10%, und vorwiegend auch nur ältere Leute sind trotz der erhöhten Strahlung in ihre alte Heimat zurückgekehrt.

Zum 10jährigen Gedenken der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe finden heute vielerorts in der Tohoku-Region Gedenkfeiern statt, wobei die Betroffenen der Atomkatastrophe und dessen Folgen in den offiziellen Feiern eher in den Hintergrund geraten. Es finden jedoch landesweit, sowie auf internationaler Ebene zahlreiche Fukushima-Mahnwachen, Kundgebungen und weitere Veranstaltungen zum 10. Fukushima Jahrestag statt, die durch private Initiativen organisiert worden sind.

Zur Dreifachkatastrophe siehe dazu auch die 45-Minütige Dokumentation des ZDF

Der ewige GAU? 10 Jahre Fukushima

 

06.03.2021

AKW Takahama, nach 1 Jahr Stillstand, Reaktor 3 bald wieder am Netz

Nach Informationen der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke soll der Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui am 10.03.2021 wieder hochgefahren werden. Somit wären dann landesweit 5 von 9, bzw. 12 Reaktoren wieder am Netz, wenn man die 3 bereits freigegebenen Altreaktoren schon mit einberechnet.

Der Reaktor 3 am AKW Takahama war seit Januar 2020 zwecks jährlicher Revision heruntergefahren. Damals wurden bis zu 12 mm lange Risse in einigen Rohrleitungen zweier Dampferzeuger gefunden. Im laufenden Betrieb zirkuliert dort das radioaktive Kühlwasser des Primärkreislaufes. Dieses Wasser steht direkten Kontakt mit den Brennelementen! Der Reaktor 4, der bei der letzten Revision dieselben Probleme aufwies, soll ebenfalls in Kürze wieder hochgefahren werden. Hier wurden sogar Fremdkörper in den Rohrleitungen gefunden, die zu Beschädigungen führten. Ein Termin für die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 4 wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Zudem wurden für beiden Reaktoren noch die gesetzlich geforderten Nachbesserungen in Sachen Terrorschutz nachgeholt. Hierfür ließen die Kansai Elektrizitätswerke, wie auch die anderen betroffenen Atomkonzerne, die Frist zunächst einfach verstreichen, bis die Atomaufsichtsbehörde NRA die zeitnahe Umsetzung anordnete und den Zeitpunkt dafür vorgab (antiatom-fuku berichtete).

Die beiden Reaktoren 3 und 4 sind neben „normalen“ Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

 

28.02.2021

Fukushima, weitere Zwischenfälle nach Erdbeben bekannt geworden

An drei Zwischenlager- und Müllverbrennungsanlagen für schwach radioaktive Abfälle in der Präfektur Fukushima kam es, wie erst jetzt in dieser Woche bekannt geworden ist, zu Zwischenfällen, die in Verbindung mit dem Erdbeben vom 13.02.2021 (antiatom-fuku berichtete) stehen. Dabei sei wohl keine Radioaktivität ausgetreten, allerdings kam es zu erheblichen Störungen im Betriebsablauf. Hier waren durch die Erschütterung einige Rohrleitungen beschädigt worden, sowie Schäden an Gebäuden aufgetreten.  

In diesen Anlagen werden schwachradioaktive Abfälle aus dem havariertem AKW Fukushima Daiichi und der Flächendekontamination der Umgebung verbrannt.

Zudem sind durch das Erdbeben auch einige Lagertanks für hochradioaktives Abwasser, die sich auf dem Gelände des AKWs Fukushima Daiichi befinden verrutscht. Zuführende Rohrleitungen sein dabei jedoch nicht zu Bruch gegangen, so dass kein hochradioaktives Wasser ausgetreten ist.

Direkt am Folgetag des Bebens habe Tepco alle 1074 Lagertanks überprüfen lassen. Dabei wurden einige Tanks außer Betrieb genommen. Der Betrieb der Filteranlage ALPS wurde ebenfalls unterbrochen.  

 

AKW Fukushima, Reaktor 3, Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken abgeschlossen

Die Bergung der insgesamt 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 am havarierten AKW Fukushima ist nun abgeschlossen. Nach Informationen des Betreibers Tepco, wurden am gestrigen Samstag die letzten 6 Brennelemente geborgen und in das Zusatzabklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert.

Die Arbeiten begannen bereits im April 2019, und mussten aufgrund technischer Probleme zeitweise unterbrochen werden. Unter den zu bergenden Brennelementen waren teilweise die Griffe so stark deformiert, so dass der „normale“ Greifer des Entnahmekrans die nicht fassen konnte. Dafür wurden dann eigens ein spezieller Greifer konstruiert, so dass die betroffenen Brennelemente überhaupt angehoben werden konnten (antiatom-fuku berichtete).

 

20.02.2021

AKW Fukushima nach dem Erdbeben, weitere Schäden an den Reaktoren

Wie jetzt bekannt wurde, ist am havarierten AKW Fukushima Daiichi im Reaktorblock 1 und 3 Kühlwasser ausgetreten. Ursache hierfür ist nach Informationen des Betreibers Tepco das Erdbeben vom 13.02.2021 (antiatom-fuku berichtete), so dass durch die Erschütterung die im Jahr 2011 durch das große Tohoku-Erdbeben bereits beschädigten Sicherheitsbehälter beider Reaktoren noch undichter geworden sind. Die Zunahme der Undichtigkeiten wurden bereits am 17.02.2021 festgestellt, als der Wasserstand im Sicherheitsbehälter von Block 1 um 40 bis 70cm und in Block 3 um 30cm abgesunken ist. Um ein weiteres Absinken entgegen zu wirken, werden die Reaktorsicherheitsbehälter nun mit 3t Wasser/h gespeist. Denn auch nach fast 10 Jahren müssen die Kernschmelzen immer noch aktiv gekühlt werden.

Video, Luftaufnahmen vom AKW Fukushima Daiichi von dieser Woche und in der Nacht, als sich das Erdbeben ereignete.

 

14.02.2021

Nach Erdbeben, sehr wohl Zwischenfälle an den AKWs

Bei dem Erdbeben in der Tohoku-Region (Nordostjapan), dass sich gestern Abend ereignete (antiatom-fuku berichtete), haben sich, entgegen ersten Behauptungen des Stromkonzerns Tepco Unregelmäßigkeiten in einigen Reaktorblöcken ereignet. Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ist durch das Beben Wasser aus den Abklingbecken der Reaktorblöcke 5 und 6, des Zusatzabklingbeckens und am AKW Fukushima Daini, aus dem Abklingbecken im Reaktorblock 1 geschwappt. Radioaktivität sei wohl nicht ausgetreten. Und die Kühlung der in den Abklingbecken befindlichen Brennelementen sei ebenfalls nicht gestört gewesen, so Tepco.

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, das ebenfalls durch Tepco betrieben wird, habe es nach heutigen Informationen weiterhin keine Vorkommnisse gegeben.

Auch im Verlaufe der Nach und heute über Tag noch, kam es zu weiteren, jedoch leichtern Nachbeben, dessen Epizentrum immer wieder an der selben Stelle, vor der Küste der Präfektur Fukushima lag.  

 

13.02.2021

Stärkeres Erdbeben in Nordostjapan, das an den „11. März“ erinnert

In der Tohoku-Region, Nordostjapan ereignete sich an heutigen Abend um 23:08 Uhr (japanische Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 7,3. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima.

Auch wenn jetzt keine Tsunamiwarnung herausgegeben werden musste, erinnert das Beben denn doch an die große Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe von Fukushima, die sich im kommenden März zum 10. Male jährt.

Die Ausläufer des heutigen Bebens erstreckten bis Hokkaido im Norden und in Richtung Süden über Tokyo bis kurz vor Kyushu. Es kam zu einigen Sachschäden, Verletzten und zu zahlreichen Stromausfällen in den vom Erdbeben am stärksten betroffenen Präfekturen Fukushima und Miyagi.

Entlang der Küste der Tohoku-Region befinden sich einige AKWs, u.a. auch das im März 2011 havarierte AKW Fukushima Daiichi. Laut den jeweiligen Betreibern sei es jedoch zu keinem Störfall gekommen. Auch wenn die Reaktoren zurzeit alle nicht in Betrieb, bzw. schon stillgelegt worden sind, stellen diese, wie sich 2011 schon gezeigt hatte, trotzdem eine große Gefahr dar.

Live-Kamera mit Blick auf das AKW Fukushima Daiichi.

 

06.02.2021

AKW Fukushima, Bergung von Brennelementen mit verbogenen Griffen

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde nun eine Lösung für die Bergung der Brennelemente mit den stark verbogenen Griffen gefunden. Hierbei geht es sich um Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3, die zum größten Teil auch schon geborgen worden sind. Allerdings sind durch die heftige Explosion im März 2011, wobei das Reaktorgebäude 3 sehr stark beschädigt worden ist, Trümmerteile in das Abklingbecken, das sich im Obergeschoss befindet, hineingefallen. Dabei haben sich die Griffe einiger Brennelemente verbogen, so dass der „normale“ Greifer des Entnahmekrans diese zum Teil gar nicht greifen und anheben konnte (antiatom-fuku berichtete).

Bei vier Brennelementen sind die Griffe sogar so stark verbogen, dass ein eigens dafür entwickelter Spezialgreifer gebaut werden musste. Auch die Navigation des neuen Greifers musste erst einmal geübt werden. Hierzu wurde der verbogene Griff des Brennelements im 3D-Drucker nachgebildet und der Arbeitsschritt, um diesen hinterher rasch und präzise durchführen zu können, geübt.

Die Bergungsarbeiten aller 566 Brennelemente, die schon seit über einem Jahr laufen, sollen im kommenden Monat abgeschlossen sein.

Siehe dazu auch die Bilder des NHK online.

 

30.01.2021

Hochradioaktives Wasser, Tepco erwägt Erweiterung der Lagerkapazität

Im Streit um das hochradioaktive Wasser, das in großen Tanks am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelagert wird, erwägt der Betreiber Tepco nun eine Erweiterung der Lagertankkapazität.

Derzeit lagern dort etwa 1.23 Mio. Tonnen hochradioaktives Abwasser in den Tanks. Dieses Wasser wurde schon mehrfach für die Kühlung der Kernschmelzen verwendet und auch schon mehrfach „gereinigt“. Allerdings lassen sich nicht alle radioaktiven Stoffe, vor allem nicht das Tritium herausfiltern, so dass dieses neben weiteren Stoffen in hoher Konzentration vorliegt.

Nach Wünschen der Regierung soll es ins Meer geleitet werden (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber). Nicht nur die lokale Bevölkerung, Fischereigenossenschaft und Umweltverbände lehnen das strikt ab, sondern auch die südkoreanische Regierung. Auch im Kabinett unter dem seit September 2020 regierenden Ministerpräsidenten Yoshihide Suga (LDP) singt im Kabinett die Zahl der Befürworter, so dass der Druck auf Tepco und Regierung weiterwächst.

Eine endgültige Entscheidung zum Umgang mit dem hochradioaktiven Wasser, bzw. der Entschluss dazu, es ins Meer zu leiten, wollte die Regierung bereits bis Oktober 2020 getroffen haben, hatte die Entscheidung jedoch immer wieder vertagt. Grund dafür sei laut Regierung die bestehende Coronapandemie. Allerdings könne man die Entscheidung über den Umgang mit dem hochradioaktiven Wasser nicht endlos hinauszögern, so ein Regierungssprecher, der eine Entscheidung bis zum kommenden März fordert.

Laut Tepco würde die Lagerkapazität nur noch bis zum Herbst 2022 reichen. Eine Erweiterung der Kapazität kam bisher nicht in Frage. Laut Regierung habe die Wassereinleitung ins Meer, aufgrund des Verdünnungseffektes keine Folgen für Umwelt und Gesundheit; eine These, die jedoch absolut nicht haltbar ist!

 

24.01.2021

AKW Kashiwazaki Kariwa, Unbefugter in den Kotrollraum gelangt

Wie gestern erst bekannt wurde, ist bereits im September 2020 ein unbefugter Mitarbeiter mit der ID-Karte eines zutrittsberechtigten Kollegen in den Kontrollraum eines der Reaktorblöcke des AKWs Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata gelangt. Der zutrittsberechtigte Kollege habe zum fraglichen Zeitpunkt Urlaub gehabt und seine ID-Karte in das dafür vorgesehene Ablagefach gesteckt, ein Vorgang, der nach Dienstende gang und gäbe ist. Allerdings ist das Ablagefach auch für andere Mittarbeiter leicht zugänglich, weshalb der Betreiber Tepco, insbesondere in Anbetracht der neueren Terrorschutzverordnung bei der Atomaufsichtsbehörde NRA nun in der Kritik steht. So stellt die NRA nun die Kompetenz des Managements von Tepco sehr infrage, da nämlich gerade in den sensiblen Bereichen kerntechnischer Anlagen, also auch in den Kontrollräumen (Leitwarte) der Reaktorblöcke absolut strengste Einlasskontrollen zu erfolgen haben.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa verfügt über sieben Reaktoren, die zurzeit alle stillstehen. Der für die Wiederinbetriebnahme vorgesehene Reaktor 7 wurde im vergangenen Oktober von der NRA defacto für „sicher“ befunden. Die Nachrüstung des Reaktors und die baulichen Nachbesserungen für den Terrorschutz wurden ebenfalls erbracht. Die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Präfektur Niigata steht jedoch noch aus. Und es ist auch fraglich, ob diese überhaupt erteilt wird, da der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, bei der Präfekturverwaltung sehr in der Kritik steht.

 

20.01.2020

AKW Fukushima, 2000 Liter hochradioaktives Wasser ausgetreten

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi sind während des Entsalzungsvorganges 2000 Liter hochradioaktives Wasser ausgetreten und über den Boden gelaufen. Laut dem Betreiber Tepco sei jedoch nichts in die Umwelt gelangt. Zudem sei der größte Anteil des Cäsiums bereits vor der Entsalzung entzogen worden.

Der Zwischenfall ereignete sich bereits in der vergangenen Woche, als ein Arbeiter dies auf einen Patrouillengang bemerkte.

Reaktorblock 3, Bergung der Brennelemente läuft wieder

Nach mehreren Unterbrechungen und dadurch entstandenen Rückstand im Zeitplan, verläuft die Bergung der letzten 80 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 nun reibungslos.

Weitere neue Coronafälle am AKW

Acht AKW-Arbeiter haben sich im neuen Jahr bereits mit dem Coronavirus angesteckt, 3 davon in der vergangenen Woche.    

  

15.01.2021

Gerichtsurteil aufgehoben, AKW Ōi, Reaktor 4 wieder am Netz

Nach zweieinhalbmonatigem Stillstand aller AKWs der Kansai Elektrizitätswerke, wurde heute der Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui nach Beendigung der jährlichen Revision heute wieder hochgefahren.

Anfang Dezember wurde der Weiterbetrieb beider Reaktoren am AKW Ōi per Gericht vorübergehend untersagt. Grund für das Urteil damals war die unzureichende Erdbebensicherheit, so dass die Atomaufsichtsbehörde NRA dieses hätte nicht für „sicher“ befinden und freigeben dürfen (antiatom-fuku berichtete). Gegen das Urteil ging die Regierung jedoch in Berufung, so dass das Urteil wieder aufgehoben worden ist. Damit ist die Sache jedoch noch nicht vom Tisch, weitere Verhandlungen werden noch folgen.

Der Reaktor 3, der eigentlich ebenfalls wieder hochgefahren dürfte, bleibt weiterhin vom Netz, und zwar für unbestimmte Zeit. Reaktor 3 befindet sich seit Juli 2020 in Revision, bei der gravierende Probleme, u.a. zahllose Risse in den Röhren der Dampferzeuger entdeckt worden sind. (siehe auch AKW-Status).

 

13.01.2021

AKW Fukushima, Reaktor 3, verhakte Brennelemente im Abklingbecken, Bergung problematisch

Bei der Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 am havarieren AKW Fukushima Daiichi lassen sich, wie sich jetzt herausstellte, 6 Brennelemente nicht aus der Halterung ziehen. Zunächst vermutete man, dass, wie bereits in der Vergangenheit bei 2 Brennelementen schon der Fall gewesen ist, der Griff verbogen sei, so dass der Kran diesen nicht greifen konnte. Im jetzigen Fall sind die Griffe jedoch intakt. Laut Vermutungen des Betreibers Tepco sind möglicherweise Kleintrümmerteile in die Brennelementhalterungen des Abklingbeckens geraten, so dass die Brennelemente darin verkeilt sind und nicht herausgehoben werden können.

Insgesamt sind es mittlerweile schon 8 Brennelemente, die sich nicht aus dem Abklingbecken entfernen lassen.

Ursprünglich sollte die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 bis März abgeschlossen sein, einen Zeitplan, den Tepco jedoch nicht mehr einhalten kann.

 

10.01.2020

Suche nach Lagermöglichkeit für gebrauchte Brennelemente: Kansai Elektrizitätswerke lassen Frist erneut verstreichen – nun Konsequenzen

Bisher haben die Kansai Elektrizitätswerke noch keine Lösung gefunden, wo die gebrauchten Brennelemente der sieben Reaktoren, dreier AKWs (Präfektur Fukui) gelagert werden sollen, so das Ergebnis einer Konferenz mit den Lokalpolitikern der Präfektur Fukui vom 08.01.2021. Hierbei handelt es sich um gebrauchte Brennelemente, die nicht mehr aktiv gekühlt werden müssen, aber aus Mangel an Trockenlagerkapazitäten weiterhin in den Abklingbecken der jeweiligen Reaktoren gelagert werden. Unter den sieben Reaktoren, alles DWR, befinden sich auch drei Altreaktoren mit verlängerter Laufzeit, die nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke bis spätestens Mai, nach mehrjährigem Stillstand wieder ans Netz gehen sollen. Der Altreaktor 3 am AKW Mihama sollte sogar noch in diesem Monat wieder hochgefahren werden.

Bezüglich der gebrauchten Brennelemente hatten die Kansai Elektrizitätswerke in der Vergangenheit bereits seit 1990 mehrfach zugesichert, dass man für eine Lagermöglichkeit außerhalb der Präfektur Fukui sorgen würde. Verbindliche Standorte wurde jedoch nie präsentiert, bzw. das Thema einfach nicht mehr angesprochen. Entsprechende Pläne sollten bis Ende 2020 aber vorgelegt werden, was jedoch nicht passiert ist! Somit ist die letzte Frist verstrichen und der in Kürze angestrebte Neustart der drei Altreaktoren, also Reaktor 3 am AKW Mihama, und Reaktor 1 und 2 am AKW Takahama ins Stocken geraten.

Zum Teil sind die Abklingbecken der jeweiligen Reaktoren schon recht voll, so dass die Kapazität in Reaktorblock 3 am AKW Mihama in 9 Jahren, in Reaktorblock 3 und 4 am AKW Ōi in 8 Jahren und in den Blöcken 1 bis 4 am AKW Takahama schon in 5 Jahren erschöpft ist, wenn all diese Reaktoren bis dahin fortlaufend Betrieb sind.

Als möglichen Standort hatten die Kansai Elektrizitätswerke das Zwischenlager in Mutsu, Präfektur Aomori in Nordjapan anvisiert. Dort regte sich jedoch sofort Widerstand im Rathaus. „Die Präfektur Aomori sei schließlich nicht die Müllkippe der anderen Präfekturen im Land“, so Soichiro Miyashita, Bürgermeister der Stadt Mutsu.

Dem entsprechend wurde auch die im Dezember bereits gestellte Anfrage des Wirtschaftsministeriums von der Stadt Mutsu abgelehnt (antiatom-fuku berichtete).  

 

03.01.2021

AKW Fukushima, Strahlenbelastung deutlich höher als befürchtet

Die extrem hohen Strahlenwerte in den havarierten Reaktoren des AKWs Fukushima Daiichi werden von der Atomaufsichtsbehörde NRA als „äußerst ernste" Herausforderung für den Stilllegungsprozess, bzw. für den Rückbau der gesamten Anlage bezeichnet, so das erschreckende Ergebnis einer aktuellen Studie.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA erklärte, dass offenbar eine sehr große Menge radioaktiver Partikel an den „Abschirmpfropfen“ (Stahlbetondeckel) der Sicherheitsbehälter der Reaktoren 2 und 3 hafteten. „Dort liegen die Strahlenwerte bei etwa 10 Sv/h, also eine tödliche Dosis für jeden, der sich in der Nähe aufhält“, so Die Experten.

Das bedeutet, dass es sehr schwierig sein wird den „Abschirmpfropfen“, also den Betondeckel zu entfernen, was aber für die nun notwendige Neubewertung der Daten für die Planung des Rückbaus der Reaktoren aber äußerst wichtig wäre.

Dazu merkte NRA-Chef Toyoshi Fuketa an, dass die Beseitigung der stark kontaminierten „Abschirmpfropfen“, die ohnehin schon enorme Schwierigkeiten bei der Bergung der geschmolzenen Brennelemente bereiten, den entmutigenden Teil des Stilllegungsprozesses, noch weiter vergrößern.

„Möglicherweise haften sogar Teile der geschmolzenen Brennelemente im oberen Bereich der Reaktordruckbehälter", so Fuketa auf einer Pressekonferenz. "Dies wird nun enorme Auswirkungen auf den gesamten Stilllegungsprozess haben."

Der „Abschirmpfropfen“, ist ein runder Deckel aus Stahlbeton mit einen Durchmesser 12 Meter. Er besteht aus einer dreischichtigen Struktur, mit je einer Dicke von 60 cm. Er wird auf die Betonhülle des Reaktorsicherheitsbehälters platziert und soll normalerweise verhindern, dass Strahlung aus dem Reaktor in die Umwelt gelangt.

Beim Brennelementwechsel muss er allerdings entfernt werden, damit die Arbeiter Zugang zum Reaktor haben.

In einer Studie, die nach etwa fünfjähriger Pause im September 2020 wieder aufgenommen worden ist, führte die NRA erneut Strahlenmessungen in der Nähe der „Abschirmpfropfen“ der Reaktoren 2 und 3 durch. Die Datenerhebung wurde u.a. durch den Betreiber Tepco und anderen Institutionen durchgeführt, die dort außergewöhnlich hohe Strahlungswerte gemessen hatten. Die Daten, die die NRA im Reaktorblock 2 erhoben hat, zeigen, dass sich zwischen der oberen und der mittleren Schicht des „Abschirmpfropfens“ schätzungsweise eine Menge von 20-40 Petabecquerel Cäsium137 angelagert hat (1 Peta= 1.000.000.000.000.000).

Basierend auf die Messungen der Strahlungswerte in der Nähe, entspricht das sogar mehr als 10 Sv/h, also einer Strahlendosis, die nach einem einstündigen Aufenthalt absolut tödlich ist! Für Reaktorblock 3 liegt der geschätzte Wert bei 30 Petabecquerel.

Bei der Dreifachkatastrophe im März 2011, verrutschte durch das Erdbeben der „Abschirmpfropfen“ von Reaktor 1 und wurde durch die Wasserstoffexplosion, die sich hinterher im Reaktorgebäude ereignete, beschädigt.

Da größere Mengen Cäsium137 durch den beschädigten „Abschirmpfropfen“ aus dem Reaktor 1 austraten, wurde die Menge der am „Abschirmpfropfen“ anhaftenden radioaktiven Partikel auf 0,16 Petabecquerel, also deutlich geringer geschätzt als in den Reaktoren 2 und 3.

„Im Gegensatz zu Reaktor 1 blieben die „Abschirmpfropfen“ der Reaktoren 2 und 3 relativ unversehrt und hielten eine große Menge radioaktiver Partikel, die aus dem Reaktordruckbehälter entwichen sind zurück, so dass diese nicht in die Atmosphäre gelangen konnten“, so die NRA.

Nach diesen neuen Erkenntnissen, kündigt Tepco nun an, dass die für dieses Jahr geplante Bergung der geschmolzenen Brennelemente nun auf 2022 oder später verschoben wird.

 

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