In Deutschland und dem Umland

30.06.2020

Geschafft! AKW Fessenheim endgültig vom Netz

Das in die Jahre gekommene französische AKW Fessenheim, das direkt an der deutschen Grenze liegt, ist nun nach 43 Jahren endgültig vom Netz. Der Reaktor 2, wurde heute Nacht heruntergefahren, Reaktor 1 ist schon seit Februar vom Netz.

Das AKW geriet schon mehrfach wegen verschiedener Störfälle in die Kritik, zuletzt bei einem Zwischenfall 2014, der durchaus als Super-GAU hätte enden können.

Siehe auch den Artikel der DW.

25.05.2020

AKW Neckarwestheim, Reaktor 2 – Sicherheitsmängel durch Risse

Schon seit mehreren Jahren stehen die EnBW, die das AKW Neckarwestheim betreiben, wegen der zahllosen Risse in den Rohrleitungen der Dampferzeuger von Reaktor 2 in der Kritik. Bisher wurden diese bei der jährlichen Revision immer nur ausgebessert, bzw. geflickt, aber nie ausgetauscht.

Unabhängige Experten befürchten jedoch, dass genau diese maroden Rohre im laufenden Betrieb bersten und somit einen Super-GAU herbeiführen könnten, so dass nun mehrere Antiatomorganisationen von der Baden-Württembergischen Landesregierung fordern, dass die betroffenen Rohre entweder ausgetauscht werden sollen, bzw. der Reaktor nach Beendigung der laufenden Revision nicht wieder hochgefahren werden darf.

Der Reaktor 2, ein DWR, der 1989 in Betrieb ging, ist zurzeit zwecks jährlicher Revision vom Netz. Der Reaktor 1, ebenfalls ein DWR, der seit 1976 am Netz war, wurde im März 2011 stillgelegt. Der Reaktor 2 hingegen darf jedoch noch bis Ende 2022 betrieben werden.

Siehe dazu auch den Artikel und Video des SWR.

 

29.05.2020

Belgien erwägt Atommüllendlager nahe der deutschen Grenze

Laut der belgischen Föderale Agentur für radioaktive Abfälle (ONDRAF) wurden in Belgien sieben Standorte, die für ein mögliches Atommüllendlager in Frage kommen könnten, als „geeignet“ deklariert. Darunter befinden sich auf jeden Fall zwei Standorte nahe der deutschen Grenze an einem Naturschutzgebiet und Trinkwasserreservoir.

Siehe dazu auch den Artikel der Eifeler Presse Agentur.

 

24.05.2020

Nordkorea will Atomwaffenprogramm ausweiten

Jüngsten Berichten staatlich kontrollierter nordkoreanischer Medien zufolge will Machthaber Kim Jong Un, wie er es auf einer Militärkonferenz verlauten ließ, die nukleare „Schlagkraft des Landes verstärken“. „Es wäre eine höhere Alarmbereitschaft nötig“, so Kim Jong Un beim Treffen mit der Militärkommission. Gründe für die angeblich nötige erhöhte Alarmbereitschaft gegenüber der internationalen Gemeinschaft nannte er jedoch nicht.

Das international isolierte Nordkorea wurde aufgrund seines Atomwaffenprogramms bereits hart sanktioniert. Ungeachtet dessen hält Nordkorea jedoch weiterhin an seinem bisherigen Atomkurs fest. Auch die mit den USA im Februar geführten Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung sind gescheitert.

Siehe dazu auch den Bericht der DW.

 

14.05.2020

AKW Philippsburg, Sprengung beider Kühltürme

Am stillgelegten AKW Philippsburg haben die Rückbauarbeiten bereits begonnen, so dass heute früh die Kühltürme beider Reaktoren gesprengt worden sind.

Der Reaktor 1 (SWR) war seit 1979, und der Reaktor 2 (DWR) seit 1984 am Netz. In den letzten Betriebsjahren häuften sich allerdings die Störfälle, so dass zumindest Reaktor 1 „nach Fukushima 2011“ auf Anordnung der Bundesregierung stillgelegt worden ist. Der Reaktor 2 war noch bis Ende 2019 am Netz.  

Siehe dazu auch den Artikel des SWR3.

 

10.05.2020

Waldbrände in Tschernobyl – immer noch Glutnester

Auch nach 5 Wochen seit dem Ausbruch sind die Waldbrände (antiatom-fuku berichtete) in der Sperrzone rund um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl noch nicht vollständig gelöscht. Weiterhin glimmen hier und dort noch Glutnester, die aufgespürt und gelöscht werden müssen. Zumindest haben aber die Regenfälle der vergangenen Tage die Löscharbeiten der Feuerwehr unterstützt.    

Laut den Behörden stelle die durch die Brände freigesetzte Radioaktivität, bzw. die aufgewirbelten radioaktiven Partikel, die mit dem Wind weiträumig verbreitet worden sind, keine Gefahr dar. So sei auch der Grenzwert nicht überschritten worden, hieß es. Unabhängige Experten und Umweltverbände sehen dies jedoch anders, zumal sehr wohl bedenkliche Grenzwerte erreicht worden sind.

 

26.04.2020

Reaktorkatastrophe Tschernobyl heute vor 34 Jahren und weiterhin akute Gefahr

Heute vor 34 Jahren ereignete sich im Reaktor 4 am AKW Tschernobyl eine heftige Explosion, wobei sehr viel Radioaktivität freigesetzt worden ist, die nicht nur die Umgebung, sondern fast ganz Europa kontaminierte. Die Informationen damals waren nur sehr spärlich und sickerten erst nach und nach durch. Die aus dem Gedächtnis vieler Leute verschwundene radioaktive Gefahr, die nun durch die seit drei Wochen anhaltenden Waldbrände in der Tschernobyl-Region (antiatom-fuku berichtete), wieder ins Bewusstsein gerückt sind, breitet sich mit den Rauchschwaden erneut aus. So haben die radioaktiven Rauchschwaden z.B. vor einer Woche die ukrainische Hauptstadt Kiew erreicht.

Siehe dazu auch die nachfolgenden Berichte:

Tschernobyl-Feuer lassen zum Jahrestag des Unglücks Ängste aufflammen (Salzburger Nachrichten)

Corona und Waldbrände: Angst in Tschernobyl (BR)

Von der Unfassbarkeit: Über Corona und Tschernobyl (BR)

Tagesschau, 20:00 Uhr-Sendung vom 29.04.1986 (Archivvideo)

Auswirkungen von Tschernobyl und Fukushima (antiatom-fuku)

 

19.04.2020

Weiterhin Waldbrand in Tschernobyl, Smog zieht über Kiew

Auch nach zwei Wochen bereitet die Löschung der Waldbrände in der Sperrzone rund um das 1986 havarierte AKW Tschernobyl weiterhin große Schwierigkeiten (antiatom-fuku berichtete). Immer wieder entfachen neue Brandherde und eine Rauchschwade, die in Richtung Süden, über die nur 70 km entfernte Großstadt Kiew hinwegzieht. Der Smog in Kiew hält sich schon seit mehreren Tagen. Laut den Behörden sei die Radioaktivität in Kiew nicht signifikant angestiegen und der Smog stelle auch keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Ein Großteil der lokalen Bevölkerung und unabhängige Experten sehen das ganze jedoch skeptischer, zumal der Smog aus Tschernobyl sehr wohl aufgewirbelte radioaktive Partikel beinhaltet, die über die Atemwege sehr leicht inkorporiert werden können.  

Siehe dazu auch den Artikel der DW.

 

10.04.2020

Tschernobyl: Brand in der Sperrzone weiterhin nicht unter Kontrolle

Bereits seit einer Woche wütet ein verheerender Waldbrand in der 30-km-Sperrzone von Tschernobyl, der trotz Verstärkung der Feuerwehr noch nicht unter Kontrolle zu bekommen ist. Das trockene Wetter wirkt sich ebenfalls ungünstig auf die Bekämpfung des Feuers aus. Stärkere Regenfälle werden erst für den kommenden Dienstag erwartet. Zum Teil, vor allem in der Nähe des Brandherdes ist die radioaktive Strahlung dramatisch angestiegen.

Die Brände rund um das 1986 schwer havarierte AKW Tschernobyl waren am Samstag vor einer Woche ausgebrochen (antiatom-fuku berichtete). Nun besteht sogar der Verdacht, dass es sich hierbei um Brandstiftung gehandelt haben soll. Ein Verdächtigter wurde bereits festgenommen.  

 

06.04.2020

Waldbrände rund um Tschernobyl mit Anstieg der Radioaktivität

In der Sperrzone rund um das havarierte AKW Tschernobyl wüten bereits seit Samstag großflächige Waldbrände, wodurch die Radioaktivität deutlich angestiegen ist.

Am AKW Tschernobyl kam es am 26.04.1986 nach einer misslungenen Testreihe zur Explosion des Reaktors 4 mit großflächiger Ausbreitung der Radioaktivität, Europa mit inbegriffen.

Siehe dazu den ausführlichen Bericht mit Video des MDR.

 

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